Umfrage: SPD-Kanzlerkandidat Schulz verliert an Zustimmung

Martin Schulz am Donnerstag auf einer Wahlkampfveranstaltung der SPD in Kiel. Foto: Carsten Rehder

Nur knapp jeder Fünfte traut Schulz zu, die in Deutschland anstehenden Probleme zu lösen. Lediglich 19 Prozent beantworten eine entsprechende Frage bei einer Forsa-Umfrage positiv. Jeder Zweite glaubt dagegen, dass Merkel die Probleme lösen könne.

Nach neuen Zahlen des ZDF-«Politbarometers» würden derzeit nur noch 28 Prozent der Befragten für den langjährigen EU-Politiker stimmen, wenn der Kanzler direkt gewählt werden könnte. Das entspricht einem Minus von sechs Prozentpunkten im Vergleich zur Erhebung in der Vorwoche. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte ihre Zustimmungswerte dagegen leicht steigern, sie kommt jetzt auf 57 Prozent.

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In der Sonntagsfrage bleibt der Vorsprung der Union groß. 39 Prozent würden für die Union stimmen, wenn die Bundestagswahl bereits am Wochenende anstehen würde. Die SPD könnte hingegen nur mit 22 Prozent rechnen. Beide Werte blieben im Vergleich zur vergangenen Woche konstant. Die FDP verbesserte sich leicht auf 10 Prozent. Die AfD verlor einen Punkt und liegt nun wie die Grünen bei 8 Prozent. Die Linke kommt auf 9 Prozent. Die am Freitag veröffentlichte repräsentative Umfrage beruht auf Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen.

In einem am Donnerstag veröffentlichten «Deutschlandtrend» der ARD war die Union in der Sonntagsfrage auf 37 Prozent gekommen, die SPD auf 23 Prozent. Die AfD lag bei 11 Prozent, die Linke bei 9 Prozent, FDP und Grüne kamen auf je 8 Prozent.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hofft auf einen Umfrageschub für seine Partei durch das TV-Duell. «Wir konzentrieren uns auf die Aufholjagd und da spielt das Duell am Sonntag eine große Rolle», sagte Oppermann im ZDF-«Morgenmagazin». Er glaube, dass der Sonntag für viele der Tag der Entscheidung sei. Schließlich seien nach jetzigem Stand 40 Prozent der Menschen unentschlossen, für wen sie bei der Bundestagswahl am 24. September abstimmen wollen. «Wir werden die Wahl gemeinsam gewinnen, das ist doch klar.»

Bei dem TV-Schlagabtausch mit Angela Merkel habe Schulz die Chance, eine Mehrheit auf seine Seite zu ziehen. «Wir werden am Sonntag eine Veränderung in den Umfragen bekommen», prognostizierte Oppermann. Schulz werde das Duell nicht verlieren.

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