Umfrage: Mehrheit der Deutschen empfindet Anreize für Corona-Impfungen als unfair

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Knapp 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland hat seine erste Corona-Impfung erhalten. Mehr als 40 Prozent sind mittlerweile vollständig geimpft. Experten und Expertinnen sehen die Herdenimmunität in einem Land dann erreicht, wenn rund 80 Prozent der Bürger und Bürgerinnen geimpft sind.

Mit dem fortschreiten der Impfkampagne rückt auch der Zeitpunkt immer näher, an dem die Skeptiker überzeugt werden müssen, sich doch impfen zu lassen. In anderen Ländern wie zum Beispiel den USA hat man deshalb bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Menschen zum Impfen zu motivieren. Es gibt Freibier oder Corona-Lotterien. In Griechenland winkt jedem, der sich pieksen lässt, eine Prämie von 150 Euro.

Die Deutschen stehen Prämien und anderen Impf-Anreizen dagegen eher kritisch gegenüber. Das zeigt eine Untersuchung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), das seit Beginn der Krise Menschen in sieben europäischen Ländern befragt. Unter den Teilnehmenden der aktuellen Befragungswelle befanden sich 1015 Deutsche. Zuerst hatte das Magazin "Spiegel" darüber berichtet.

Auf die Frage, ob sie eine Geldprämie von 100 Euro, Restaurant-Gutscheine, ein Stipendium oder einen Lottoschein für einen Jackpot mit einer Million Euro als Anreiz für eine Corona-Impfung befürworten, antworteten gut ein Drittel mit "ich stimme überhaupt nicht überein". Etwa 19 Prozent kreuzte die Antwort "stimme nicht überein" an.

Zahl der Impfskeptiker schrumpft

Die Ergebnisse zeigen laut dem Bericht des Spiegels auch, dass die Zahl der Impfskeptiker schrumpft. 73 Prozent der Befragten gaben an, sich impfen lassen zu wollen. Zwei Monate zuvor waren es nur 67 Prozent gewesen. Vor allem in der älteren Bevölkerung ist demnach die Bereitschaft sich impfen zu lassen groß. Eher jüngere Menschen lehnen die Impfung dagegen eher ab: etwa 20 Prozent aller 18 bis 44-Jährigen schließen es laut der Befragung aus, sich impfen zu lassen.

"Der Anteil derjenigen, die unsicher sind, verkleinert sich allmählich – das heißt, dass sich die Bevölkerung zunehmend aufspaltet in diejenigen, die schon geimpft sind und diejenigen, die auf keinen Fall geimpft werden wollen", wird Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor am HCHE der Universität Hamburg, vom "Spiegel" zitiert. "Diesen letzten Rest zu überzeugen, das wird äußerst schwierig."

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