Umfrage: Mehrheit der Deutschen besucht trotz Terrorgefahr Weihnachtsmärkte

Die Mehrheit der Deutschen trotzt der Terrorgefahr und lässt sich den Weihnachtsmarktbesuch in diesem Jahr nicht nehmen. Knapp 61 Prozent wollen genauso häufig auf den Weihnachtsmarkt gehen wie im Vorjahr, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage für die Funke Mediengruppe zeigt. 17 Prozent der Befragten geben hingegen an, dieses Jahr eher seltener oder gar nicht mehr über den Weihnachtsmarkt bummeln wollen

Die Mehrheit der Deutschen trotzt der Terrorgefahr und lässt sich den Weihnachtsmarktbesuch in diesem Jahr nicht nehmen. Knapp 61 Prozent wollen genauso häufig auf den Weihnachtsmarkt gehen wie im Vorjahr, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Funke Mediengruppe zeigt. Dabei spielt auch die politische Orientierung der Befragten eine Rolle: Vor allem AfD-Wähler wollen demnach dieses Jahr auf einen Weihnachtsmarktbummel verzichten.

In der repräsentativen Erhebung gaben nur 17 Prozent an, dieses Jahr eher seltener (10,1 Prozent) oder gar nicht mehr (6,9 Prozent) über den Weihnachtsmarkt schlendern zu wollen. Ein sehr geringer Anteil (3,8 Prozent) der Befragten plane sogar häufigere Besuche der Märkte.

Die Sorge vor einem Anschlag scheint vor allem AfD-Sympathisanten umzutreiben: Von ihnen gaben in der Civey-Umfrage rund 42 Prozent an, in diesem Jahr seltener oder gar nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt gehen zu wollen. Auch unter FDP-Anhängern erklärte fast ein Viertel (23,3 Prozent), die vorweihnachtlichen Märkte meiden zu wollen.

Mit einigem Abstand folgten Unions-Sympathisanten (12,4 Prozent), Anhänger der Linken (12,2 Prozent) und SPD-Wähler (9,5 Prozent). Am unerschrockensten zeigten sich in der Umfrage die Anhänger der Grünen, unter denen nur 4,4 Prozent von Weihnachtsmarktbesuchen absehen wollen.

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz mit zwölf Toten am 19. Dezember 2016 werden in diesem Jahr bundesweit Weihnachtsmärkte besonders geschützt. Die Sicherheitsbehörden sehen keine akute Anschlagsgefahr, sprechen aber von einer "abstrakten Gefährdungslage". Auf vielen Weihnachtsmärkten wurden Betonbarrieren errichtet, außerdem sind mehr Polizisten in Uniform und in Zivil unterwegs.

Am 19. Dezember plant der rot-rot-grüne Berliner Senat eine Gedenkfeier am Breitscheidplatz, bei der gemeinsam mit den Angehörigen der Opfer ein Mahnmal eingeweiht werden soll. Künftig soll ein goldfarbener Riss im Boden an den islamistischen Anschlag erinnern.