Umfrage: Knappe Mehrheit gegen WM-Boykott

Russischer Botschafter: Englische Fans bei WM in Sicherheit

Ein Boykott der Fußball-WM in Russland aus politischen Gründen ist für die Mehrheit der Deutschen drei Monate vor Turnierbeginn offenbar keine Option. In einer INSA-Umfrage für die Bild-Zeitung (Dienstag-Ausgabe) sprachen sich 52 Prozent gegen einen solchen Schritt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als Zeichen gegen Russlands Rolle in mehreren Konflikten auf dem Globus aus.
Lediglich 21 Prozent würden nach einem entsprechenden Vorstoß des britischen Außenministers Boris Johnson für die englische Nationalelf begrüßen, wenn die deutsche Nationalmannschaft im Sommer aus Protest auf die Verteidigung ihres Titels verzichten würde. Rund ein Viertel der Befragten machten keine Angaben.
Allerdings erwarten weite Teile der deutschen Bevölkerung von den Nationalspielern beim WM-Turnier klare Kante. Denn 41 Prozent würden befürworten, wenn DFB-Funktionäre und das Team von Bundestrainer Joachim Löw ihre Kritik an der Politik des WM-Gastgebers öffentlich äußern. 42 Prozent fordern außerdem als ein weiteres Signal auch aus der Politik, dass Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere hochrangige Politiker auf Besuche von WM-Spielen verzichten. 
Hintergrund ist ein offenbar tief verwurzeltes Misstrauen gegenüber Russlands Führung. 58 Prozent gaben ihre Überzeugung zu Protokoll, dass der russische Staatspräsident Wladimir Putin die WM-Endrunde zu Propagandazwecken missbrauchen werde. Sogar 71 Prozent bezeichneten als problematisch, Olympische Spiele oder WM-Turniere in Ländern stattfinden zu lassen, die keine "echten Demokratien" sind.