Umfrage: Klimaschutz sollte erste Priorität für EU-Parlament sein

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Klimaschutz entwickelt sich für die Europäer zum Topthema. Erstmals landete der Kampf gegen die globale Erwärmung in der Eurobarometer-Umfrage an erster Stelle bei der Frage, womit sich das Europaparlament vorrangig befassen sollte. Diese Befragung von knapp 28 000 Menschen in allen 28 EU-Staaten gibt das Parlament regelmäßig selbst in Auftrag. Am Freitag erschien die jüngste Ausgabe.

Die Befragten sollten Themen in eine Rangfolge bringen, die das Parlament als Mitentscheider über EU-Gesetze am dringendsten angehen sollte. 32 Prozent der Befragten nannten die Bekämpfung des Klimawandels und den Schutz von Umwelt, Meeren und Arten als eines der Topthemen. Auf Rang zwei folgte knapp dahinter mit 31 Prozent die Bewältigung von Armut und sozialer Ausgrenzung, dahinter die Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität in der EU (24 Prozent).

Kurz vor dem Start der Weltklimakonferenz in Madrid protestierten am Freitag weltweit junge und alte Menschen gegen den drohenden Klimakollaps. Sechs von zehn befragten Europäern glauben, dass diese Klimaproteste tatsächlich etwas bewirken. Befragt wurden Menschen ab 15 Jahren.

In Deutschland führten 40 Prozent der Befragten den Kampf gegen die Erderwärmung als ein prioritäres Thema an. Höhere Werte erzielten die skandinavischen Länder - angeführt von Schweden, wo 62 Prozent dieser Meinung waren. Am wenigsten Menschen teilten diese Ansicht in Bulgarien (14 Prozent).

Das EU-Parlament hatte am Donnerstag einen symbolischen Klimanotstand beschlossen. Kritik kam von EU-Abgeordneten der CDU und CSU. Sie befürchteten, die demokratische Funktionsweise des Parlaments könnte durch den symbolischen Notstand ausgehebelt werden.