Umfrage: Fast zwei Drittel der Deutschen würden 3G-Regel in Zügen befürworten

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ICE der Deutschen Bahn in Leipzig (AFP/Christof STACHE)

Die von der Bundesregierung angedachte 3G-Regel in Fernzügen stößt einer Umfrage zufolge bei knapp zwei Dritteln der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auf Zustimmung. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Handelsblatts" gaben dies 64 Prozent der Befragten an. Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten stieg erstmals seit längerem über 1000.

In der Umfrage zu 3G-Regeln in Fernzügen gaben 31 Prozent hingegen an, dass sie diese nicht befürworten, fünf Prozent waren unentschieden. Für die Erhebung wurden am Freitag und Samstag rund 5000 Wahlberechtigte ab 18 Jahren dazu befragt, wie sie den Vorschlag bewerten, dass nur noch Corona-Geimpfte, -Genesene oder -Getestete ("3G") Züge in Deutschland nutzen dürfen. Vor allem Wähler der SPD (78 Prozent), der Union (76 Prozent) und der Grünen (75 Prozent) sprachen sich demnach für eine 3G-Regel in Fernzügen aus. Unter FDP-Wählern (52 Prozent) und AfD-Wählern (20 Prozent) war die Zustimmung hingegen am niedrigsten.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die Zustimmung für die 3G-Regel in Fernzügen mit dem Alter zunimmt. Über 65-Jährige sprachen sich mit 77 Prozent dafür aus, in der Gruppe zwischen 18 und 29 Jahren war es hingegen nur jeder Zweite. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Bundesregierung derzeit die Anwendung der 3G-Regeln für den Fernverkehr der Bahn prüft - ebenso wie auch für Inlandsflüge.

Die Zahl der intensivmedizinischen behandelten Corona-Patienten stieg dem Tagesreport des Divi-Registers vom Sonntag zufolge auf 1008 - das waren 34 mehr als am Tag zuvor. Davon mussten 485 intensiv beatmet werden. 15 Menschen starben auf einer Intensivstation.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 74,1. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 8416 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei zwölf.

Bislang gilt die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - als der entscheidende Richtwert, an dem sich die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern orientieren. Dies soll sich aber ändern: Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, derzufolge künftig anstelle des Inzidenzwertes die Auslastung der Krankenhäuser die zentrale Rolle spielen soll.

Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ist nach Angaben des Hausärzteverbandes deutlich niedriger als in der ersten Hälfte des Jahres. "Der Impfturbo, den wir im Frühjahr und bis zum Juli hinein erlebt hatten, ist definitiv abgeflaut", sagte Bundesvorstandsmitglied Armin Beck den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. "Während einzelne Kolleginnen und Kollegen uns zuvor noch von 300 oder sogar 500 Anfragen wöchentlich berichteten, erhalten viele mittlerweile nur noch zögerliche 30 oder weniger", sagte Beck.

"Hinzu kommt, dass die Beratung bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich aufwändiger geworden ist, da natürlich der Anteil der klaren Impfbefürworter unter den Ungeimpften mit Voranschreiten der Impfkampagne stark abgenommen hat", führte Beck weiter aus.

jp/jm

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