Umfrage: Fast jeder dritte Wähler will per Briefwahl abstimmen

Briefwahl wird bei Bundesbürgern beliebter

Bei der Bundestagswahl am 24. September will fast jeder dritte Wähler seine Stimme per Briefwahl abgeben. Laut einer Umfrage des Instituts Insa für die "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe) wollen 30 Prozent der Befragten, die sich an der Wahl beteiligen möchten, per Brief abstimmen. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte der Anteil der Briefwähler noch 24,6 Prozent betragen.

Kritik an der wachsenden Zahl von Briefwählern äußerte der Staatsrechtler Ulrich Battis. "Bei mehr als 25 Prozent Briefwählern wird es problematisch", sagte er der "Bild"-Zeitung. Eine frühe Entscheidung finde unter anderen Bedingungen statt als die Stimmabgabe am Wahltag. So sei es beispielsweise ein Unterschied, ob man seine Stimme Wochen vor der Wahl unter dem Eindruck von Umfragen abgebe oder während der demografischen Ruhephase am Wahltag.

Die Parteien werben im Wahlkampf teilweise offensiv um Briefwähler oder rufen gar zur Briefwahl auf. CDU-Generalsekretär Peter Tauber verteidigte das Vorgehen. Das Wahlverhalten der Menschen habe sich geändert, Briefwahl werde zunehmend genutzt. "Ich glaube, es wäre sträflich, wenn die Parteien dieser Entwicklung nicht begegnen würden", sagte Tauber.

Die Kritik daran nannte er eine "abstrakte Debatte", die er "intellektuell nicht nachvollziehen" könne. Eine Briefwahl-Stimme Wochen vor der Wahl sei "genauso viel wert wie die, die um 17.59 Uhr am Wahltag abgegeben wird".

Der Insa-Umfrage zufolge wünscht sich jeder fünfte Befragte, dass die Briefwahl stärker genutzt wird. Nur jeder Zwanzigste findet demnach, dass es besser wäre, die Briefwahl käme seltener vor. Für die Umfrage wurden am 23. und 24. August 2017 insgesamt 1049 Bürger befragt.