Umfrage: Fachkräftemangel wird für Mittelständler immer bedrohlicher

Der Fachkräftemangel wird besonders für den Mittelstand immer bedrohlicher. Vier von fünf Firmen gaben in einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung EY an, sie hätten Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern. Demnach sagten 53 Prozent, die Suche falle "eher schwer", weitere 27 Prozent, sie hätten große Probleme bei der Suche. Dieser Anteil habe sich damit seit 2015 von 16 Prozent stark erhöht.

Der leergefegte Arbeitsmarkt kostet die Unternehmen laut Umfrage auch viel Geld. Mehr als die Hälfte der Mittelständler (57 Prozent) beklagt demnach Umsatzeinbußen. Insgesamt entgingen dem Mittelstand hochgerechnet mehr als 53 Milliarden Euro im Jahr.

EY befragte 2000 mittelständische deutsche Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 20 Millionen Euro und höchstens einer Milliarde Euro. Zwei Drittel der Mittelständler glauben demnach, dass Flüchtlinge mittelfristig dazu beitragen werden, den Fachkräftemangel zu mildern. Zehn Prozent gehen demnach sogar von einer erheblichen Verbesserung der Situation durch Flüchtlinge aus.

Bereits jeder vierte Betrieb (27 Prozent) beschäftigt demnach Flüchtlinge. Im vergangenen Jahr waren es erst 16 Prozent. Größtes Einstellungshindernis sind mangelnde Deutschkenntnisse.

Die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt erfordere Zeit und Geld, erklärte EY-Partner Michael Marbler. Dies könne am Ende für den deutschen Mittelstand aber ein lohnendes Investment im Kampf gegen den Fachkräftemangel sein. "Schließlich ist nirgendwo sonst ein so großes Potenzial an möglichen Beschäftigten zu finden."