Umfrage: Deutsche Autobauer erleiden erheblichen Vertrauensverlust

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (53 Prozent) halten die deutschen Autobauer für nicht mehr vertrauenswürdig. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für "Bild am Sonntag" vom Donnerstag. Nur fünf Prozent finden, dass VW, Audi, BMW und Co. "sehr vertrauenswürdig" sind, 39 Prozent halten die Autokonzerne für "eher vertrauenswürdig" ("weiß nicht"/keine Angabe: drei Prozent).

75 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Politik härter gegen Regelverstöße der Autobauer vorgeht. 16 Prozent wollen das nicht ("weiß nicht"/keine Angabe: neun Prozent).

71 Prozent sind dagegen, dass die Bundesregierung ein Datum festlegt, ab dem in Deutschland nur noch Elektroautos verkauft werden dürfen. Eine solche Maßnahme hätte die Unterstützung von 24 Prozent ("weiß nicht"/keine Angabe: fünf Prozent). Für die Umfrage hat Emnid am 27. Juli 500 repräsentativ ausgewählte Menschen befragt.

Der grüne Spitzenkandidat für die Bundestagswahl Cem Özdemir forderte die Gründung einer unabhängigen "Zukunftskommission Saubere Automobilität" noch vor der Bundestagswahl. Als Kommissionsvorsitzenden schlug der Grünen-Politiker den früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) vor. Vertreter der Autoindustrie, Verbraucherschützer, Umweltexperten, Gewerkschaften und Verkehrsverbände sollten in der Kommission den Systemwechsel hin zum schadstofffreien Auto vorantreiben."Wie Deutschland nach Fukushima die Lehren aus der falschen Energiepolitik gezogen hat, so müssen wir jetzt die Lehren aus der falschen Verkehrspolitik ziehen", sagte Özdemir.