Umfrage: CSU rutscht in der Wählergunst weiter ab

Bayerns Finanzminister Söder

Die CSU sackt einer neuen Umfrage zufolge in Bayern in der Wählergunst weiter ab. Wenn an diesem Sonntag gewählt würde, käme die Partei nur noch auf 37 Prozent, wie eine Insa-Umfrage für die "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe) ergab. Bei der Bundestagswahl am 24. September war die CSU auf 38,8 Prozent abgerutscht. Dies hatte auch einen Führungsstreit ausgelöst, besonders Parteichef Horst Seehofer steht unter Druck.

Die SPD würde laut der Umfrage in Bayern derzeit auf 17 Prozent kommen. Die AfD würde 13 Prozent erreichen. Die Grünen kämen auf zehn Prozent, die FDP und die Freien Wähler jeweils auf acht Prozent. Die CSU würde damit ihre absolute Mehrheit verlieren.

Die CSU steht unter Druck, weil im Herbst kommenden Jahres Landtagswahlen anstehen. Die bayerische Junge Union (JU) stellte sich nun offen gegen Parteichef Seehofer. Die Parteiorganisation forderte am Wochenende in einer auf ihrer Landesversammlung beschlossenen Erklärung einen Rückzug Seehofers vor der Wahl.

Dessen innerparteilicher Gegenspieler, Bayerns Finanzminister Markus Söder, forderte auf dem JU-Treffen in Erlangen einen Neuanfang, stellte sich aber nicht offen gegen Seehofer. "Die Lage ist mehr als ernst", sagte Söder. Ein "reines Weiter so" dürfe es nicht geben.

Söder rief die CSU zugleich zur Geschlossenheit und deutete an, dass er sich dabei selbst in der Verantwortung sieht. Er reiche für "jede vernünftige Lösung" die Hand. Es gehe nicht um "persönliche Ambitionen, Eitelkeiten und Loyalitäten", sagte Söder.