Umfrage: CDU in Sachsen-Anhalt bleibt trotz Einbußen stärkste Kraft

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Reiner Haseloff

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff trotz Einbußen bei der Zustimmung stärkste Partei. Die Christdemokraten kommen in einer am Freitag veröffentlichten Umfrage für den Mitteldeutschen Rundfunk auf 27 Prozent. Das sind 2,8 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2016. Für eine Fortsetzung der Kenia-Koalition würde es dank der Zugewinne für die SPD und vor allem für die Grünen reichen.

Die Grünen verbessern sich laut der Umfrage von Infratest dimap im Vergleich zu 2016 um 5,8 Punkte auf elf Prozent. Die SPD legt um 1,4 Punkte auf zwölf Prozent zu.

Die AfD kommt in der Umfrage auf 20 Prozent und bleibt damit zweitstärkste Kraft. Im Vergleich zur Wahl 2016 verliert sie aber 4,3 Prozentpunkte. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Haseloff wiederholt aus, ebenso ein Bündnis mit der Linken.

Die Linkspartei verliert der Umfrage zufolge im Vergleich zur vorigen Wahl 4,3 Punkte und liegt bei zwölf Prozent. Die FDP könnte nach zehn Jahren erstmals wieder in den Magdeburger Landtag einziehen. Sie kommt derzeit auf acht Prozent Zustimmung. Möglich wäre damit auch eine Mehrheit für ein schwarz-rot-gelbes Regierungsbündnis.

Wie die Umfrage weiter zeigt, ist mit 46 Prozent knapp die Hälfte der Befragten zufrieden mit der Landesregierung. Das ist in etwa ein Wert wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Noch im vergangenen Juni zeigten sich gut zwei Drittel der Sachsen-Anhalter zufrieden mit der Kenia-Koalition.

Zwei Drittel der Befragten sind aber inzwischen unzufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Regierung. Nur 31 Prozent bewerten die Arbeit der Landespolitiker um Haseloff positiv. Noch im vergangenen Juni war das Stimmungsbild komplett anders.

Damals unterstützten noch 72 Prozent die Arbeit der Landesregierung. Auch Ministerpräsident Haseloff büßte an Beliebtheit ein, der 67-Jährige bleibt mit 61 Prozent aber der beliebteste Landespolitiker.

Sachsen-Anhalts CDU-Chef Sven Schulze wertete die Umfrage als Wunsch nach "Stabilität statt Experimente". Die Erhebung belege "nachhaltig, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt auch zukünftig ausschließlich Reiner Haseloff als Ministerpräsidenten haben wollen", erklärte er.

Die Fraktionschefin der Grünen und Spitzenkandidatin Cornelia Lüddemann sieht in der Zustimmung für ihre Partei "Rückenwind" im Wahlkampf. "Da geht noch mehr", erklärte sie.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. Juni ein neuer Landtag gewählt. Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap zwischen dem 16. und dem 21. April insgesamt 1202 Menschen.

hex/cfm