"Umarmungshandschuhe" geben kanadischer Familie in Pandemie etwas Normalität

Carolyn Ellis (r.) umarmt ihre Mutter Susan Watts

Um ihre Mutter auch während der Corona-Pandemie umarmen zu können, ist die Kanadierin Carolyn Ellis auf eine außergewöhnliche Idee gekommen: Sogenannte Umarmungs-Handschuhe - ein riesiges Plastikgebilde, das Umarmungen ohne direkten Kontakt ermöglicht.

"Sie bekam einfach keine Umarmungen, und wir mussten etwas dagegen unternehmen", sagte Ellis der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf ihre Mutter. Die "Umarmungs-Handschuhe" seien dann ein Geschenk zum Muttertag gewesen; sie habe bis in die Nacht an der Konstruktion gearbeitet. Entstanden ist eine große, an einer Wäscheleine aufgehängte Plastikplane mit vier Plastikärmeln, durch die dann von beiden Seiten eine Umarmung ohne direkten Kontakt möglich ist.

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Ein Video der ersten Umarmung von Ellis und ihrer Mutter in Guelph im Bundesstaat Ontario wurde schnell zum Hit in Online-Netzwerken. Ellis zeigte sich überrascht von den vielen Reaktionen: "Ich wollte einfach nur meine Mutter umarmen." Sie habe nicht damit gerechnet, dass die Inspiration für andere so groß sei, habe sich aber darüber gefreut. "Wir sind begeistert", sagte Ellis.

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Und auch wenn eine plastikumhüllte Umarmung niemals eine echte Umarmung ersetzen könne, habe ihre Erfindung nach den vielen Wochen des Lockdowns dennoch ihren Zweck erfüllt: "Es gab uns wirklich ein Gefühl der Hoffnung, dass das alles nicht für immer sein wird", sagte Ellis.

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