Ultimatum für Söder und Laschet: Einigung am Wochenende — oder die Fraktion entscheidet

Lars Petersen
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CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder im Bundestag
CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder im Bundestag

Beide wollen, keiner konnte sich bisher durchsetzen: Der Kampf um die Spitzenkandidatur der Union bei der Bundestagswahl zwischen CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder sorgt für Unmut in der Partei. Das CDU-Präsidium steht hinter Laschet, das CSU-Präsidium hinter Söder. In einer Fraktionssitzung am Dienstag wurde deutlich, dass scheinbar auch eine Mehrheit der CSU- und CDU-Abgeordneten für den bayerischen Ministerpräsidenten als Kandidaten ist.

Nach Informationen von Business Insider erhöhen Teile der Unionsfraktion im Bundestag nun den Druck auf die beiden möglichen Kandidaten — und stellen ihnen ein Ultimatum. Über das Wochenende sollen sie untereinander klären, ob nun Laschet oder Söder Kanzlerkandidat der Union wird. Ansonsten will die Fraktion am kommenden Dienstag auf ihrer regulären Sitzung über die Kandidatur abstimmen.

Ein solches Vorgehen hatte der Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß zuletzt im "Spiegel" gefordert: "Wenn sich Armin Laschet und Markus Söder bis zum Wochenende nicht über die Kanzlerkandidatur einigen, müssen wir in der Fraktionssitzung am Dienstag darüber abstimmen." Tatsächlich kursiert nach Informationen von Business Insider zurzeit eine entsprechende Unterschriftenliste unter den rund 250 CDU/CSU-Abgeordneten. Ursprünglich war sogar eine Sondersitzung am Freitag für eine Kandidatenabstimmung angedacht worden — diese Idee wurde jedoch verworfen.

Der Vorteil bei einer Fraktionsabstimmung könnte bei Söder liegen, der in den Umfragen vor Laschet liegt und selbst in der CDU viele Fürsprecher hat. Zuletzt hatte sich im "Spiegel" auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) offen für Söder und gegen Laschet ausgesprochen: "Leider geht es jetzt nur um die harte Machtfrage: Mit wem haben wir die besten Chancen?"