Ukrainische Minister wollen Leopard-Panzer von zwölf Staaten

KIEW (dpa-AFX) -Vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein haben zwei ukrainische Minister die internationale Gemeinschaft zur Lieferung von deutschen Leopard-Panzern aufgefordert. "Wir garantieren, dass wir diese Waffen verantwortungsvoll und ausschließlich für die Verteidigung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine in den international anerkannten Grenzen verwenden werden", versicherten Außenminister Dmytro Kuleba und Verteidigungsminister Olexij Resnikow in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung.

Namentlich erwähnten sie zwölf Staaten, darunter Deutschland, die Türkei und Spanien. Die ebenfalls aufgeführten Länder Polen und Finnland haben bereits angekündigt, im Rahmen einer "internationalen Panzerkoalition" mehr als zwei Dutzend Leopard-Panzer liefern zu wollen. Der in Deutschland gebaute Panzer Leopard gilt als Exportschlager und wird von Streitkräften verschiedener Länder genutzt.

In dem Aufruf schrieben die Minister, dass "Russland ein bedeutendes Übergewicht bei der Zahl der Truppen, Waffen und Kriegstechnik wahrt". Der Kreml ziele auf eine Aktivierung der Kampfhandlungen vor allem in der Ostukraine ab. "Der Versuch einer Revanche Russlands für die Misserfolge im Krieg gegen die Ukraine, darunter auch die Gefahr einer neuen Großoffensive der russischen Kräfte ist sehr real", warnten Kuleba und Resnikow.

Vor gut elf Monaten hat Russland die Ukraine angegriffen. Trotz ukrainischer Erfolge stehen einschließlich der 2014 annektierten Halbinsel Krim noch gut 18 Prozent des Staatsgebiets unter russischer Kontrolle. Für eine erfolgreiche Gegenoffensive hatte der ukrainische Generalstab 300 Panzer veranschlagt. Am Freitag soll in Ramstein von einer US-geführten Koalition über weitere Waffenlieferungen für Kiew beraten werden.