Ukrainische Getreide-Exporte: Nachbarländer stehen vor logistischen Problemen

In der Krise um die Blockade ukrainischer Getreideexporte bemühen sich die europäischen Nachbarn um Unterstützung, doch die logistischen Herausforderungen sind enorm. Polnische und ukrainische Vertreter:innen diskutierten, wie die Abfertigungskapazitäten an gemeinsamen Grenzübergängen erhöht werden könnte.

Die Ukraine ist der viertgrößte Getreideexporteur der Welt. Monatlich sollten etwa 5 Millionen Tonnen Getreide das Land verlassen, wofür eine entsprechende Infrastruktur erforderlich ist.

Am Grenzübergang in Korczowa würden derzeit doppelt so viele Lkw abgefertigt wie normalerweise sagte der Leiter des Büros des Ministerpräsidenten, Michał Dworczyk. Zudem muss Getreide, das über die Schiene transportiert wird, aufgrund der schmaleren Schienenweite in Polen umgeladen werden, eine weitere, logistische Herausforderung.

Aufgrund der Blockade der ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer durch Russland wird das Getreide unter anderem über Rumänien, die baltischen Länder und Polen per Lastwagen und Zug transportiert.

Die Türkei, die in der Korn-Krise vermittelt, setzt auf einen Plan der Vereinten Nationen zur Ausfuhr von in der Ukraine blockiertem Getreide. Hulusi Akar, türkischer Verteidigungsminister, erklärte:

"In den kommenden Tagen werden wir eine rasche Entwicklung der Dinge erleben. Wir versuchen, dieses Problem schnell zu lösen, indem wir ein Treffen zwischen Russland, der Ukraine, den Vereinten Nationen und der Türkei anberaumt haben. Die Vereinten Nationen haben diesbezüglich einen Plan ausgearbeitet. Jede der Parteien ist damit weitestgehend einverstanden."

Für die Landwirte in der Südukraine hat die Erntesaison bereits begonnen, doch die Logistik zum Export des Gertreides bleibt aufgrund der von Russland blockierten Häfen im Schwarzmeer eine große Herausforderung.

Russland hingegen beschuldigt die Ukraine, ihre eigenen Häfen vermint zu haben - und die Minen nicht wieder räumen zu wollen. Die Ukraine befürchtet wiederum, dass russische Truppen über die Küste ins Land einfallen könnten.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.