Ukrainische Getreide-Exporte: Iohannis wirft Russland Erpressung vor

KIEW (dpa-AFX) - Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis hat Russland wegen der Blockade von ukrainischen Getreide-Exporten Erpressung vorgeworfen. "Ich verurteile mit Nachdruck, dass Russland Getreide in eine Waffe verwandelt, mit derartig globalen Folgen", sagte Iohannis bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj, Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Ministerpräsident Mario Draghi am Donnerstag in Kiew. Rumänien bemühe sich, über den Schwarzmeer-Hafen Constanta sowie über den gemeinsamen Grenzstrom Donau eine effiziente Ausweichroute für die ukrainischen Exporte zu schaffen, sagte Iohannis.

Durch den Krieg und die Tatsache, dass die Ukraine als einer der größten Getreideexporteure der Welt nicht mehr liefern kann, werden in mehreren Ländern der Welt bereits die Nahrungsmittel knapp.

Seit Kriegsbeginn sei bereits fast eine Million Tonnen ukrainisches Getreide über Constanta exportiert worden, sagte Iohannis. Nun wolle man die Transportkapazitäten ausbauen. Neue rumänisch-ukrainische Grenzübergänge sollten geschaffen und das Schienennetz saniert werden.

Iohannis hatte am Mittwoch eingeräumt, dass Rumänien große Probleme mit dem Getreide hat, da man auf diese Mengen nicht vorbereitet war. Rumänien stehe hier vor einer "logistischen Herausforderung von epischem Ausmaß", sagte er bei einem Treffen mit Macron am rumänischen Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogalniceanu bei Constanta.

Nach Constanta gelangt das ukrainische Getreide mühsam in Lastwagen und auf kleinen Frachtschiffen, die zum Teil durch das Donaudelta fahren müssen, das im Südosten die Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien bildet. Der Schienenverkehr spielt dabei wegen der mangelhaften Infrastruktur kaum eine Rolle.

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