Ukrainische Abgeordnete Sawtschenko noch acht Wochen in U-Haft

Die einst als Heldin gefeierte ukrainische Abgeordnete Nadja Sawtschenko muss mindestens acht Wochen in Haft bleiben. Ein Gericht in Kiew verlängerte die Untersuchungshaft am Freitagabend bis zum 20. Mai. Die ukrainische Justiz wirft der Oppositionspolitikerin vor, einen blutigen "Terrorakt" in Kiew geplant zu haben. Sawtschenko nannte das Verfahren "politisch motiviert" und kündigte einen Hungerstreik an.

Der Politikerin droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Militärstaatsanwalt Alexander Bannyk sagte am Freitag, es gebe "ausreichende Begründungen" für den Verdacht der Vorbereitung eines Anschlags. Darauf stehe lebenslange Haft. Die 36-Jährige war am Donnerstag festgenommen worden, nachdem das Parlament ihr die Immunität entzogen hatte.

Die ehemalige Kampfpilotin war 2014 in Russland festgenommen und zu 22 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in der umkämpften Ostukraine für den Tod von zwei russischen Journalisten mitverantwortlich gewesen sein soll. Im Mai 2016 kam sie nach mehreren Hungerstreiks im Austausch gegen zwei Russen frei und kehrte in die Ukraine zurück, wo sie eine politische Karriere startete. Sawtschenko gehört der Partei der ehemaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko an.

Sawtschenko ist stark umstritten und sorgt immer wieder für Kontroversen. Sie machte etwa die Regierung in Kiew für den Konflikt mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes verantwortlich und traf Anführer der Volksrepubliken Donezk und Luhansk, um über die Freilassung ukrainischer Gefangener zu verhandeln.