Ukrainer wegen mutmaßlichen Anschlagsplans auf Präsident Poroschenko angeklagt

Wegen eines mutmaßlichen Anschlagsplans auf den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko hat ein Richter in Kiew Untersuchungshaft gegen einen 50-jähriger Mann angeordnet. Wolodimir Ruban habe mit Mörsern, Granaten, leichten Waffen und Sprengsätzen das Regierungsviertel und Privatwohnungen mutmaßlicher Opfer angreifen wollen, teilte das Gericht am Freitag mit. Der Verdächtige, der als Vermittler zwischen Kiew und den Rebellen in der Ostukraine arbeitete, habe dadurch "Chaos stiften" wollen, sodass Russland eine Offensive in der Ostukraine hätte starten können.

Ruban hatte seit Beginn des Konflikts in der Ostukraine im Jahr 2014 mehrere Gefangenenaustausche organisiert. Er war nach Behördenangaben am Donnerstag festgenommen worden, als er von Osten kommend über die Demarkationslinie in das von der Kiewer Regierung kontrollierte Gebiet fuhr. In seinem Kleinbus seien Waffen und Munition gefunden worden. Ruban beteuerte vor Gericht, er habe nichts von den Waffen gewusst.

Nach Einschätzung des Gerichts richteten sich die Anschlagspläne gegen Poroschenko sowie weitere führende Politiker wie Innenminister Arsen Awakow und den Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow.

Der Chef des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes (SBU), Wassil Grizak, beschuldigte die prorussischen Rebellen in der Ostukraine als Drahtzieher. Ruban habe auf Anordnung von Rebellenführer Alexander Sachartschenko und mit dem Einverständnis Russlands agiert. Moskau und die Führung der Rebellen äußerten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Im Osten der Ukraine herrscht seit fast vier Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.