Ukraine vermutet Russland hinter Cyberangriff

Die schwere Cyberattacke in dieser Woche traf Firmen und Institutionen in aller Welt, am schlimmsten jedoch die in der Ukraine. Der dortige Geheimdienst hat nun für sich einen eindeutigen Schuldigen ausgemacht.


Die Ukraine hat Russland eine Beteiligung an der Cyberattacke vom Dienstag vorgeworfen. Ähnlichkeiten zwischen dem Angriff in dieser Woche und früheren Attacken auf die ukrainische Infrastruktur zeigten die Beteiligung russischer Geheimdienste, erklärte der ukrainische Geheimdienst SBU am Samstag. Die russische Regierung äußerte sich zunächst nicht. Der Abgeordnete Igor Morosow sprach aber von „Fiktion“ und machte seinerseits die USA verantwortlich.

Bei dem Angriff hatte ein Erpresserprogramm weltweit Tausende Computer befallen und ihre Daten quasi als Geisel genommen. Die Besitzer wurden aufgefordert, ein Lösegeld zu zahlen, andernfalls würden ihre Daten gelöscht. Die Ukraine war eines der am schwersten betroffenen Länder. Westliche Internet-Experten erklärten, die Attacke habe nicht unbedingt Lösegeld zum Ziel gehabt, sondern sollte offenbar möglichst viel Chaos in der Ukraine auszulösen. Diese Einschätzung teilte auch der SBU.

Von dort aus griff die Schadsoftware auch auf andere Netzwerke in aller Welt zu. Russland berichtet etwa, dass auch sein staatlicher Ölversorger Rosneft angegriffen worden sei. Innerhalb von 48 Stunden konnten die meisten der betroffenen Unternehmen wieder normal arbeiten. Doch einige berichteten noch bis zum Wochenende von Problemen.

Die Beziehungen zwischen Kiew und Moskau sind äußerst schlecht, seit Russland 2014 die Halbinsel Krim annektierte und pro-russische Rebellen im Osten der Ukraine unterstützt. Die Ukraine warf Russland auch vor, für eine Cyberattacke im Wahlkampf 2014 und eine auf die Stromversorgung 2015 verantwortlich gewesen zu sein.