Ukraine liefert französischen Betrüger aus - 51-Jähriger sofort in Haft genommen

Jahre nach seiner Flucht ist der französische Betrüger Gilbert Chikli, der diverse Großunternehmen zur Auszahlung von Millionensummen gebracht hatte, in seiner Heimat festgenommen worden. Die Ukraine hatte den 51-Jährigen ausgeliefert

Jahre nach seiner Flucht ist der französische Betrüger Gilbert Chikli, der diverse Großunternehmen zur Auszahlung von Millionensummen gebracht hatte, in seiner Heimat festgenommen worden. Unmittelbar nach seiner Auslieferung aus der Ukraine sei der 51-Jährige am Donnerstag in Haft genommen worden, verlautete aus französischen Justizkreisen. Chikli war im August gemeinsam mit einem Franko-Israeli in der Ukraine festgenommen worden.

Chikli hatte von 2005 bis 2006 insgesamt 60,5 Millionen Euro ergaunert, indem er sich bei Mitarbeitern von Großunternehmen als deren Chef oder als Geheimagenten ausgegeben hatte, der gegen Geldwäsche kämpft. Unternehmen wie die Banken HSBC und Crédit Lyonnais, der Raumfahrtkonzern Dassault, der Eisenbahnbauer Alstom und das Kaufhaus Galeries Lafayette händigten Chikli freiwillig riesige Summen aus.

Von dem so erschlichenen Geld konnten 52,6 Millionen Euro zurückgeholt werden, die übrigen 7,9 Millionen Euro brachte Chikli selbst auf.

Der Betrüger war einige Monate in Frankreich inhaftiert gewesen, bevor ihm 2009 die Flucht nach Israel gelang. Seither wurde er mit internationalem Haftbefehl gesucht. 2015 verurteilte eine Pariser Gericht Chikli in Abwesenheit zu sieben Jahren Haft. Außerdem soll er eine Million Euro Strafe und an seine Opfer 5,5 Millionen Euro Entschädigung zahlen.

In einem Interview mit dem französischen Fernsehen hatte Chikli 2010 gesagt, er habe nun einmal "eine Gabe" für Betrügereien.