Ukraine-Krieg: Europas größtes Atomkraftwerk nach Brand vom Stromnetz genommen

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Die Betreiber des ukrainischen Atomkraftwerks in Saporischschja haben das AKW vom Stromnetz abgekoppelt. Über Telegram verkündete das ukrainische Energieunternehmen Energoatom, dass auch die letzten zwei laufenden Reaktoren vom Netz genommen werden würden. Auslöser seien Brände an Hochspannungsleitungen. Das Atomkraftwerk selbst werde aber noch mit Strom versorgt, weswegen auch das Sicherheitssystem noch funktioniere.

Die russischen Besatzer teilten mit, dass beide zuletzt noch betriebenen Blöcke des in den vergangenen Wochen immer wieder beschossenen Kraftwerks zwischenzeitlich abgeschaltet worden seien. Ein Block sei aber bereits wieder hochgefahren worden, schrieb der Besatzungschef der Region, Jewgeni Balizki, auf Telegram.

Balizki erklärte weiterhin, die Versorgung der Menschen in den umliegenden Regionen, die zwischenzeitlich von einem massiven Stromausfall betroffen waren, werde in Kürze wieder gewährleistet. Zuvor hatte auch der geflohene ukrainische Bürgermeister von Enerhodar, Dmytro Orlow, berichtet, die Stromversorgung der Kleinstadt, in der das AKW liegt, werde schrittweise wieder hergestellt.

Kiew und Moskau haben sich zuletzt immer wieder gegenseitig für den Beschuss von Europas größtem Atomkraftwerk verantwortlich gemacht. Den Angaben von Energoatom zufolge sind mittlerweile alle vier Versorgungslinien des Kraftwerks durch russischen Beschuss beschädigt worden.