Ukraine kehrt an den Kapitalmarkt zurück

Die Ukraine ist seit Dienstag zurück auf den internationalen Kapitalmärkten und signalisiert mit diesem Schritt, dass sich die Wirtschaftssituation des Landes zunehmend stabilisiert.


Zwei Jahre nach dem Schuldenschnitt kehrt die Ukraine am Dienstag zurück an den Kapitalmarkt. Eine erste Staatsanleihe wurde an den internationalen Märkten ausgegeben. Zum ersten Mal seit 2015 geben Bondinvestoren dem Land nun wieder Geld. Dafür nehmen die Investoren lange Laufzeiten von rund 15 Jahren und einen von 7,375 Prozent in Kauf.

Die Ukraine profitiert aktuell von der starken Nachfrage nach Schwellenländer-Anleihen. Insgesamt erhielt die Ukraine zunächst drei Milliarden Dollar für die Staatsanleihe. Davon muss das Land aber rund die Hälfte für die Ablösung bisheriger Anleihen zahlen, die 2019 oder 2020 ausgelaufen wären, und den Staatshaushalt belasteten. Nur die andere Hälfte, 1,5 Milliarden Dollar, ist somit "neues" Geld.

Vor zwei Jahren stand das osteuropäische Land kurz vor einer Staatspleite und erhielt einen Schuldenerlass von rund 3,2 Milliarden Euro. Die internationalen Investoren verzichteten beim damaligen Schuldenschnitt auf rund 20 Prozent, nachdem die Ukraine durch die Maidan-Proteste und die russische Übernahme der Krim in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen war.

Aktuell befindet sich die Ukraine auf dem Weg zu mehr wirtschaftlicher und finanzieller Stabilität. Die Wirtschaftsleistung wächst derzeit um rund zwei Prozent pro Jahr und auch das Vertrauen der Investoren in das krisengebeutelte Land nimmt wieder zu.