Ukip-Chef nach Affäre um rassistische Äußerungen seiner Ex-Freundin abgesetzt

Nach der Affäre um rassistische Bemerkungen seiner Ex-Freundin über Prinz Harrys Verlobte ist Ukip-Chef Henry Bolton abgsetzt worden. Bei einer Parteiversammlung in Birmingham sprach ihm die Mehrheit der Mitglieder das Misstrauen aus

Die europafeindliche britische Partei Ukip hat ihren Vorsitzenden Henry Bolton abgesetzt und steht damit erneut ohne Führung da. Bei einer Parteiversammlung in Birmingham sprach ihm die Mehrheit der Mitglieder am Samstag das Misstrauen aus. Bolton war im Januar nach Berichten über rassistische Bemerkungen seiner damaligen Freundin über Prinz Harrys Verlobte Meghan Markle in Bedrängnis geraten.

Bolton sei mit 63 Prozent der Stimmen der Mitglieder abgewählt worden, sagte der Ukip-Politiker Paul Oakden. Es habe sich um eine "demokratische Entscheidung" gehandelt. Binnen 90 Tagen muss die Partei nun einen neuen Vorsitzenden wählen. Solange soll der Europa-Abgeordnete Gerard Batten die Partei leiten. Batten sagte bei der Parteiversammlung, die Mitglieder hätten "unter diesen Umständen die beste Entscheidung" getroffen.

Bolton hatte zuvor in seiner Rede vor einem neuen Kampf um die Parteiführung gewarnt. In diesem Fall sei die Existenz von Ukip bedroht. Zugleich schloss Bolton eine erneute Kandidatur als Vorsitzender nicht aus. "Ich bin mit der Politik noch nicht fertig", sagte er.

Laut der "Mail on Sunday" hatte sich die 25-Jährige Joe Marney in Textnachrichten an einen Freund abfällig über die künftige Frau von Prinz Harry geäußert. Unter anderem schrieb sie demnach, die US-Schauspielerin werde als Tochter einer Afroamerikanerin "unsere Königsfamilie beflecken" mit ihrer "Saat".

Bolton, der erst kürzlich mit seinem Entschluss parteiintern für Ärger gesorgt hatte, seine Frau für die deutlich jüngere Marney zu verlassen, sah sich darauf erneuten Rücktrittsforderungen gegenüber. Nach den Enthüllungen erklärte der 54-Jährige seine kurze Beziehung mit Marney für beendet, seinen Posten als Parteichef wollte er aber behalten.

Marney kommentierte das Ergebnis der Parteiversammlung auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. "Eine Bande von Dummköpfen", schrieb sie. Ihre "Liebe" für Prinz Harry hänge nicht von "politischen Kämpfen" ab.

Bolton hatte das Amt erst im September angetreten. Er war bereits der dritte Ukip-Chef, seit der langjährige Parteivorsitzende Nigel Farage den Posten nach dem Brexit-Votum der Briten im Juni 2016 abgegeben hatte.

Das Führungschaos verschärft die Krise der Partei, die bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr eine deutliche Niederlage erlitten und ihren einzigen Sitz im Parlament verloren hatte.