Uffizien in Florenz würdigen Opfer von Säureangriffen mit Ausstellung

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Marmorbüste der Geliebten von Bernini (AFP/Handout)

Mit einer ungewöhnlichen Ausstellung gedenken die Uffizien in Florenz der Opfer von Gewalt gegen Frauen: Die weltberühmte Kunstsammlung präsentiert bis zum 19. Dezember Porträts und Skulpturen von Frauen, die durch Säureangriffe eifersüchtiger Männer für immer entstellt wurden.

Eine Marmorbüste zeigt die Geliebte des Barockkünstlers Gian Lorenzo Bernini (1598 - 1680). Dieser ließ seine Partnerin Costanza Piccolomini Bonarelli im Jahr 1638 von einem Angestellten durch einen Säureangriff entstellen, weil sie eine Affäre mit seinem Bruder hatte. Bernini kam damals mit einer einfachen Strafe davon, Costanza musste sich vier Monate in ein Kloster zurückiehen. Nach ihrem Martyrium kehrte sie in den ehelichen Haushalt zurück und stürzte sich erfolgreich in den Handel mit den Skulpturen ihres Peinigers.

Die italienische Fotografin Ilaria Sagaria sammelte Aussagen von Frauen aus Ländern wie Italien, Indien und Pakistan, die von ihren eifersüchtigen Ehemännern oder Partnern mit Säure übergossen wurden. Auf Grundlage dieser Berichte schuf sie Porträts "ohne Gesichter": darauf sind die Gesichter mit weißen Stoffbandagen umwickelt oder durch Schleier verhüllt.

Die Idee der Ausstellung sei, "alle Besucher, die auf der Suche nach Schönheit in die Uffizien kommen, dafür zu sensibilisieren, dass Schönheit ohne Ethik nicht möglich ist", sagte der deutsche Direktor der Uffizien, Eike Schmidt, in einem Video. Notwendig sei ein "Wandel der Mentalitäten, die zu oft Entschuldigungen für Menschen finden, die diese Art Verbrechen begehen".

ck/noe

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