Uekermann dringt auf Vertretung jüngerer Generation in SPD-Spitze

Johanna Uekermann

Juso-Chefin Johanna Uekermann pocht weiter auf eine Vertretung der jüngeren Generation in der engeren SPD-Parteiführung. "Die Erfahrungen unserer Generation in Ausbildung, Studium, dem Start in das Berufsleben finden sich in der SPD-Spitze bislang nicht wieder", sagte die 30-jährige Uekermann der "Frankfurter Rundschau" vom Dienstag. "Einer Volkspartei wird das nicht gerecht."

Bisher sei die personelle Neuaufstellung der SPD "nicht hinreichend erkennbar", sagte Uekermann weiter mit Blick auf Ankündigungen von SPD-Chef Martin Schulz. Die Jusos fordern einen zusätzlichen Posten in der Riege der Stellvertreter von Schulz, den Uekermann besetzen solle.

Der Vorsitzende der NRW-SPD, Michael Groschek, teilte unterdessen mit, er wolle nicht für einen der Vizeposten kandidieren. "Inzwischen ist klar, dass an Männern in der Parteispitze kein Mangel herrschen wird", sagte er zur Begründung der "Westdeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Auch sei die NRW-SPD mit Schulz und Schatzmeister Dietmar Nietan bereits in der Parteispitze "stark vertreten". Gleichwohl war Groschek von seinem Landesverband als Parteivize vorgeschlagen worden.

Am Montag hatte die bisherige Parteivize Aydan Özoguz den Verzicht auf ihr Amt als SPD-Parteivize bekanntgegeben. Sie will damit Platz für die bayerische Landesvorsitzende und SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im kommenden Jahr, Natascha Kohnen, machen.

Auch Uekermann gehört dem bayerischen SPD-Landesverband an. Der "Frankfurter Rundschau" sagte sie, sie unterstütze Kohnens Kandidatur als Parteivize: "Sie ist eine starke Frau und wird mit neuen Ideen die SPD voranbringen." Gleichwohl müsse aber ihre eigene Generation "ebenfalls eingebunden werden", verlangte die Juso-Chefin.

Weitere stellvertretende Parteivorsitzende sind derzeit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, der hessische SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel und der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ralf Stegner. Ihre Kandidatur hat zudem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer angemeldet. Gleichfalls Mitglied der Parteispitze ist Generalsekretär Hubertus Heil, dem nach dem Willen von Schulz auf dem Parteitag im Dezember Lars Klingbeil nachfolgen soll.