Uekermann dringt auf Bekämpfung von Kinderarmut

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat das Verbot der linksgerichteten Internet-Plattform linksunten.indymedia.org als "Wahlkampfaktionismus" kritisiert. Zudem lenke das Verbot davon ab, "wo die eigentliche Gefahr liegt: nämlich rechts"

Juso-Chefin Johanna Uekermann dringt auf mehr Anstrengungen zur Bekämpfung von Kinderarmut. "In so einem reichen Land wie unserem ist es ein Skandal, dass Kinder in Armut aufwachsen müssen", sagte Uekermann am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Deshalb stellen wir als SPD Kinder ins Zentrum unserer familienpolitischen Leistungen".

Die Juso-Chefin wies darauf hin, dass die Ursache von Kinderarmut "natürlich immer auch Erwachsenenarmut beziehungsweise Elternarmut" sei. "Das hängt häufig mit Arbeitslosigkeit oder mit prekären Jobs zusammen." Eine wesentliche Aufgabe sei es daher, dafür zu sorgen, "dass es gute Arbeit für alle gibt".

Uekermann forderte mehr Investitionen im öffentlichen Beschäftigungssektor, um Langzeitarbeitslosigkeit zu überwinden. "Damit schaffen wir Perspektiven für Menschen, auch wenn sie auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben." Zugleich müssten prekäre Arbeitsverhältnisse, Minijobs sowie Zeit- und Leiharbeit "massiv eingedämmt" werden.

"Generell brauchen wir höhere Löhne und eine stärkere Tarifbindung in Deutschland", sagte die Juso-Chefin weiter. "Und um in Zukunft Armut zu verhindern, ist natürlich Bildung der Schlüssel."

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstagmorgen mitteilte, waren im vergangenen Jahr 20,2 Prozent der Unter-18-Jährigen von Armut bedroht. 2015 hatte die sogenannte Armutsgefährdungsquote bei 19,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelegen. Als armutsgefährdet gilt jemand, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland zur Verfügung hat.