UEFA-Präsident fordert Luxussteuer für PSG und Co.

Dieses Duo lässt sich PSG um die 400 Millionen Euro an Ablöse kosten: Neymar und Kylian Mbappe

Präsident Aleksander Ceferin von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) fordert eine Art Luxussteuer, um die exzessiven Ausgaben von Klubs wie Paris Saint-Germain zu kontrollieren.

"Du kannst mehr ausgeben als erlaubt, aber dann musst du eine Steuer drauf zahlen, und die wird unter all den anderen verteilt, die die Regel einhalten", schlägt der Slowene im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vor.

Voraussetzung sei natürlich, dass so eine Steuer mit EU-Recht vereinbar ist.

Dass aufgrund von Paris' Millionen-Ausgaben für Spieler wie Neymar und Kylian Mbappe nun verstärkt über Transfers und Financial Fairplay diskutiert werde, sei gut. "Jeder große Transfer hat auch was Gutes. Er gibt uns den Schub, dass wir etwas tun können", erklärt Ceferin. "Politik, Klubs, Ligen, Fans, Medien. Jeder will, dass was passiert."

Ceferin stellt FIFA in Frage

In dem Interview stellt der UEFA-Boss aber auch den Weltverband FIFA in seiner derzeitigen Form infrage.

"Wofür brauchen wir so eine riesige Organisation. Für Transfers? Ich denke nicht. Brauchen wir sie für ethische Fragen? Ich glaube nicht. Wir brauchen sie vielleicht, um die WM zu organisieren. Aber können das die Konföderationen nicht auch? Sie könnten!", sagte der Slowene im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Als dringliche Vorhaben nennt der 49-Jährige insbesondere die Regelung von Transferfragen sowie die Kontrolle über Spieleragenten.

Letzteren Bereich habe die FIFA unverständlicherweise dereguliert. Deswegen würden dem Fußball über die Prämien, die von Beratern und Agenten kassiert werden, Milliarden entzogen. "Heute kann einfach jeder Agent sein – niemand kontrolliert das. Und was, wenn da kriminelle Kräfte einsteigen? Ich weiß nicht, warum die FIFA das dereguliert hat, aber es war kein guter Schachzug."

UEFA solle Transfersbereich in Europa regeln

Laut Ceferin solle die UEFA die Regulierung des Transferbereichs im europäischen Raum selbst übernehmen: "Wir sind ein wichtiger Verband", sagte der Slowene, "finanziell dreimal größer als die FIFA. Sie kann uns nicht einfach nur wie eine Konföderation behandeln."

An einer Kandidatur für die FIFA-Spitze bei den nächsten Wahlen 2020 als möglicher Gegenkandidat des Schweizer Präsidenten Gianni Infantino (47) sei er aber nicht interessiert, erklärte der seit 2016 amtierende Nachfolger des gesperrten Franzosen Michel Platini: "Ich liebe meine Arbeit. Und die Heimat des Fußballs ist Europa." In der UEFA sind derzeit 55 nationale Fußball-Verbände zusammengeschlossen, in der FIFA sind 211 nationale Verbände organisiert.