UBS-Bank in Frankreich wegen mutmaßlichen Mobbings gegen Whistleblower angeklagt

Wegen mutmaßlichen Mobbings gegen zwei Whistleblower soll der Bank UBS France in Paris der Prozess gemacht werden. Ein Untersuchungsrichter erhob Anklage gegen die Frankreich-Tochter der Schweizer Großbank UBS, wie am Mittwoch aus informierten Kreisen verlautete. Dabei geht es um zwei frühere Mitarbeiter, die ein mutmaßliches Steuerbetrugssystem der Bank publik gemacht hatten.

Die für Eventmarketing zuständige Stéphanie Gibaud wurde nach ihren ersten Enthüllungen 2008 nur noch mit einfachen bürokratischen Aufgaben betraut, schreibt der Untersuchungsrichter den informierten Kreisen zufolge in seiner Anklageschrift. Sie wurde schließlich 2012 entlassen. Dem frühen Rechnungsprüfer Nicolas Forissier wurden demnach der Bonus gestrichen und eine Beförderung verweigert, bevor er 2009 entlassen wurde.

Gibaud und Forissier hatten zwielichtige Geschäftspraktiken ihrer Bank enthüllt. UBS-Mitarbeiter aus der Schweiz sollen rechtswidrig versucht haben, wohlhabende Franzosen davon zu überzeugen, heimliche Konten in der Schweiz zu eröffnen und so Gelder vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Gegen die Bank wurde im März Anklage wegen illegaler Kundenakquise und Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerbetrug erhoben. Die UBS weist die Vorwürfe zurück.