Üble Bayern-Klatsche gegen Liverpool

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Der FC Bayern München muss in der Saisonvorbereitung die nächste Schlappe hinnehmen. Im Halbfinale des Audi Cups 2017 unterlagen die Bayern dem FC Liverpool mit 0:3 (0:2) und zeigten dabei eine katastrophale Leistung. Die Yahoo Sport-Analyse.

Sadio Mane brachte den FC Liverpool mit 1:0 in Führung.

Die Aufstellungen:

Carlo Ancelotti stellte mit James und Tolisso beide Sommer-Transfers in die Startelf. James bildete mit Müller und Ribery die offensive Dreierreihe im 4-2-3-1 hinter Lewandowski. Tolisso spielte neben Thiago auf der Doppelsechs.

Beim FC Liverpool standen mit Torhüter Loris Karius und Emre Can zwei Deutsche in der Startelf.

Der Spielverlauf: 

Pünktlich zum Anpfiff gab es ein heftiges Gewitter über der Allianz Arena. Die Bayern schien das zunächst nicht zu beeindrucken, die ersten Minuten drückten sie aufs Tempo und drängten Liverpool tief in die eigene Hälfte. Doch die Sturm- und Drangphase der Münchner war schnell dahin. Das Mittelfeld leistete sich mehrere einfachste Ballverluste und lud Liverpool zu Kontern ein. Gleich den ersten nutzte Mane zum Führungstreffer für die Reds. Die Bayern bekamen die schnellen Stürmer der Gäste bis zur Pause nie in den Griff. Die extrem hoch stehende Viererkette wurde immer wieder überlaufen und Liverpool kam zu einer Reihe Großchancen. Mit dem 0:2 zur Pause war der FC Bayern noch gut bedient.

Nach dem Wechsel überließ Liverpool den Bayern weitgehend das Spiel, hatte aber keinerlei Probleme, die Münchner Angriffsbemühungen zu kontrollieren. Die Reds blieben bei Kontern gefährlich und machten durch Sturridge den Deckel drauf, während die Bayern weiterhin große Probleme hatten, in ihren Rhythmus zu kommen. In 90 Minuten gab es keine einzige echte Torchance. Die Mannschaft von Jürgen Klopp war in allen Belangen klar besser und steht verdient im Finale des Audi Cups gegen Atletico Madrid. Die Münchner spielen am Mittwoch um Platz drei gegen den SSC Neapel.

Die Neuzugänge im Check: 

James war offensiv 45 Minuten lang völlig unsichtbar. Weil Müller immer wieder vom rechten Flügel in die Mitte zog, rückte der Neuzugang von Real Madrid nach rechts, wo er keinerlei Gefahr ausstrahlte. Wenn die Bayern über die Flügel angriffen, dann über die linke Seite mit Alaba und Ribery.

Tolisso erlebte ein fast schon desaströses Debüt in der Allianz Arena. Erst verschuldete er durch einen einfachen Fehler das 0:1, später verursachter er durch ein plumpes Foul einen Freistoß, den Ulreich mit einer Glanzparade entschärfte. Tolisso ließ sich in den Duellen im Mittelfeldzentrum den Schneid abkaufen, war oft zu langsam in der Rückwärtsbewegung und spielte schwache Bälle im Umschaltspiel.

Bayerns Problemfall 

Renato Sanches kommt in München nicht auf die Beine. Weil sich Thiago an der Leiste verletzte und nach 20 Minuten runter musste, bekam der Portugiese ordentlich Spielminuten. Nutzen konnte er seine Chance nicht im geringsten. Ähnlich wie Tolisso sah er gegen die aggressiven Reds im Mittelfeld keine Sonne und verlor praktisch jeden Zweikampf. Sanches holte sich zudem eine Gelbe Karte ab, weil er Lallana hilflos sekundenlang am Trikot zupfte. Der AC Milan würde Sanches immer noch gerne verpflichten, die Bayern sollte sich und Sanches den Gefallen tun, den Deal einzugehen.

Fazit

Es war nur ein Testspiel im Rahmen eines zweitägigen Heim-Turniers und noch sind es zwei Wochen bis zum Bundesliga-Start. Aber die Leistung des FC Bayern sollten den Verantwortlichen, allen voran Carlo Ancelotti zu denken geben. So schwach präsentierte sich der FC Bayern selten in der Endphase der Vorbereitung. In vier Testspielen gegen namhafte Teams hagelte es drei empfindliche Pleiten mit jeder Menge Gegentoren. Die Balance ist nicht vorhanden, die Abwehr ein Torso, trotz Spielern wie Alaba, Hummels und Martinez. Auch offensiv drückt der Schuh. James hat seine Rolle noch nicht gefunden. Müller und Lewandowski arbeiten viel, waren gegen Liverpool aber vollkommen aus dem Spiel. In der jetzigen Verfassung sind die Bayern angreifbar; sie zeigen keine Spur von Souveränität und haben noch jede Menge Baustellen. Hinzu kommen neue Verletzungssorgen. Neben Thiago mussten auch James und Alaba vorzeitig angeschlagen vom Platz.