Überraschende Wendung: Nach Mittelfinger gegen Polizisten – Autofahrer verklagt Polizei

Beamtenbeleidigung ist kein Kavaliersdelikt. (Bild: ddp Images)

Nachdem ein Autofahrer von Verkehrspolizisten überholt wurde, zeigte der Mann den vorbeifahrenden Beamten seinen Mittelfinger – und zog vor Gericht.

Mark May war gerade mit dem Auto in der Stadt Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana unterwegs, als er hinter sich ein Polizeiauto sah. An einer Kreuzung überholte die Polizei den selbstständigen Teppichreiniger und reihte sich vor ihm ein – zu aggressiv, wie er vor Gericht angab. Das berichtet unter anderem die „Washington Post.“ Als das Polizeiauto an ihm vorbeiraste, streckte May kurzerhand den Beamten seinen Mittelfinger entgegen.

Die Polizisten hatten es dabei jedoch nicht auf May, sondern auf einen anderen Autofahrer abgesehen. Hätte er selbst so eine Aktion geliefert, wäre er wohl zu einer Strafe verdonnert worden, zitiert ihn die US-amerikanische Zeitung.

Als der Polizeibeamte Matt Ames von der Indiana State Police dies bemerkte, hielt er May an und stellte ihm einen Strafzettel für Provokation aus. Darauf steht in Indiana eine Strafe von bis zu 500 Dollar. Das aber wollte May nicht auf sich sitzen lassen – und zog vor Gericht. Das Stadtgericht in Terre Haute verneinte sein Gesuch schließlich. Er legte Revision am Vigo Superior Court ein – das Urteil wurde annulliert.

Stinkefinger von der Verfassung garantiert

Mays Stinkefinger sei ihm vom Verfassungsrecht nämlich garantiert, so seine Anwälte. „Obwohl sie vielleicht unbedacht war, wird die Geste von Herrn May – die in keiner Weise die gesetzlichen Maßnahmen der Polizei behinderte – vom 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten unterstützt“, heißt es in der Beschwerde. „Der Verkehrsstopp war unter diesen Umständen unvernünftig und hatte keinen triftigen Grund.“

Laut eigenen Angaben verlor May zwei Arbeitstage, weil er vor Gericht erscheinen musste. Er fordert nun eine Entschädigung in unbekannter Höhe. Der zuständige Informationsbedienstete der Indiana State Police, Captain David R. Bursten, konnte keinen Kommentar zum Rechtsstreit abgeben.

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