Ist Uber mehr bereit für einen Börsengang als Snap?

Motley Fool Investmentanalyst

Der ehemalige Uber-CEO Travis Kalanick sagte oft, dass es noch lange dauern würde, bis das Unternehmen an die Börse gehen würde. Der neue CEO Dara Khosrowshahi sagte jedoch, dass ein realistischer Zeitplan für den Börsengang 18 bis 36 Monate sein könnte. Der früheste Termin wäre also Anfang 2019.

Uber hat einen Wert von etwa 70 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen wurde März 2009 gegründet, was bedeutet, dass das Unternehmen bis zu dem Börsengang 2019 ein Jahrzehnt des Wachstums hinter sich hätte. Snap (WKN:A2DLMS) ging nach nur fünf Jahren an die Börse, Twitter nach sieben Jahren und Facebook nach acht Jahren.

Uber hatte bis jetzt nicht die Notwendigkeit, an die Börse zu gehen, weil die Investoren das Tech-Startup mit Bargeld in den letzten acht Jahren überschwemmt haben. Diese Investoren konnten sich jedoch bisher nicht auszahlen lassen. Der geschätzte Unternehmenswert von 70 Milliarden US-Dollar ist für die Investoren aber nur Papiergeld. Daher werden sie langsam ungeduldig.

Wenn man sich die IPO-Flops dieses Jahres ansieht, Snap und Blue Apron (WKN:A2DS2W), dann ist es leicht nachzuvollziehen, warum interessanter und weniger riskant ist mit privatem Geld anstatt mit öffentlichem zu arbeiten. Die Aktie von Snap hat seit März 40 % verloren und steht jetzt bei 14,72 US-Dollar, während Blue Apron seit Juni um 45 % auf 5,51 US-Dollar eingebrochen ist.

Natürlich ist es wichtig, dass ein Unternehmen finanziell stabil ist, bevor es an die Börse geht. Der jährliche Reingewinn von Facebook vor dem Börsengang betrug 974 Millionen US-Dollar, während Twitter einen Nettoverlust von 143 Millionen US-Dollar hatte. Snap verzeichnete einen Nettoverlust von 515 Millionen US-Dollar. Inzwischen verlor Uber im Jahr 2016 2,8 Milliarden US-Dollar. 2017 waren es im ersten Quartal 708 Millionen US-Dollar Verlust und 645 Millionen US-Dollar in Q2.

Uber macht hohe Umsätze und behauptet, 2016 6,5 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt zu haben. Das ist deutlich mehr als Facebook vor dem Börsengang mit 3,7 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Skandale von Uber hat dieses Jahr aber viele Schlagzeilen gemacht. Die Kunden fahren trotzdem mit Uber. Das Unternehmen beansprucht immer noch zwischen 75 bis 85 % dieses neuen Taximarktes, abhängig von den Schätzungen, die man gerade vorliegen hat. Das Unternehmen meldete einen sechzehnprozentigen Anstieg bei den vierteljährlichen Buchungen im letzten Quartal.

Khosrowshahis Hauptaufgabe ist es nun, die Verluste von Uber zu reduzieren, um das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen. Damit sollen die Investoren schon im Vorfeld des künftigen Börsenganges von der Aktie überzeugt werden. Während seiner ersten Rede vor dem Team von Uber sagte er, dass er sich auf das Kerngeschäft der Taxidienste konzentrieren würde, um die Rechnungen zu bezahlen. Das muss er auch tun und gleichzeitig das angeschlagene Image des Unternehmens verbessern.

Diese Aufgaben sind aber zu viel für eine Person, auch wenn Khosrowshahi für das gelobt wurde, was er als ehemaliger Leiter von Expedia geleistet hat. Dort leitete er Initiativen, um das Online-Reiseunternehmen HomeAway für 3,9 Milliarden US-Dollar und Orbitz für 1,3 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Während seines ersten Vortrages vor dem Team von Uber sagte er, dass er auch einen Vorstandsvorsitzenden mit an Bord bringen wollte. Noch unklar ist, wer Finanzchef (CFO) und Chief Operating Officer (COO) sein wird.

Uber braucht ganz klar einen guten CFO und ein besseres Image. Immerhin müssen die Verluste eingebremst werden. Die Tatsache, dass das Unternehmen im letzten Quartal ein Umsatz von 1,75 Milliarden US-Dollar verbuchen konnte und einen Anstieg der Buchungen um 16 % verzeichnete, zeigt aber, dass die Kunden da sind und die Chance auf einen erfolgreichen Börsengang besteht.

Das Endergebnis ist, dass Uber in den nächsten 18 Monaten sehr viel Arbeit vor sich hat, wenn die IPO besser laufen soll als bei Snap und Blue Apron.

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Dieser Artikel wurde von Natalie Walters auf Englisch verfasst und am 22.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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