Uber-Erfinder steigt bei hessischem Drohnen-Startup Wingcopter ein

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Die Wingcopter-Gründer Jonathan Hesselbarth, Tom Plümmer und Ansgar Kadura (v.l.n.r.)
Die Wingcopter-Gründer Jonathan Hesselbarth, Tom Plümmer und Ansgar Kadura (v.l.n.r.)

Bereits im Frühjahr sammelte das hessische Drohnen-Startup Wingcopter 18 Millionen Euro ein. Das Geld kam unter anderem vom Uber-Geldgeber Xplorer Capital. Nun hat sich auch Uber-Mitgründer Garrett Camp mit seiner Investmentfirma Expa an dem Darmstädter Unternehmen beteiligt. Camp war 2009 Ideengeber für den mittlerweile börsennotierten Fahrdienstleister und baute die US-Firma gemeinsam mit Travis Kalanick auf. Wie viel der Uber-Mitgründer nun in Wingcopter bei der Pre-Serie B investiert hat, möchte das Startup auf Gründerszene-Nachfrage nicht bekannt geben.

In der Regel investiert Expa laut Website bis zu drei Millionen US-Dollar (umgerechnet 2,6 Millionen Euro) in Frühphasen-Startups. Von Early Stage kann bei Wingcopter jedoch nicht mehr die Rede sein. Aktuell sammelt das Mobility-Unternehmen eigenen Aussagen zufolge Geld für seine Series B ein.

Das Startup ist 2017 von Jonathan Hesselbarth, Tom Plümmer und Ansgar Kadura gegründet worden und hat seine Drohnen bereits im Einsatz. So hat Wingcopter beispielsweise 26 Kilometer lange Flüge zwischen dem Kreiskrankenhaus Wolgast und dem Universitätsklinikum Greifswald absolviert, um Blutproben zu befördern. Auch der Transport von Medikamenten oder medizinischer Ausrüstung an Unfallorte sei möglich, heißt es von dem Unternehmen.

Humanitäre und kommerzielle Lieferungen

Wingcopter arbeitet zudem mit US-amerikanischen Krankenhäusern zusammen und unterstützt in Japan die Fluggesellschaft All Nippon Airways dabei, abgelegene Regionen mit Lieferungen zu versorgen. Mit Geldgeber und Uber-Mitgründer Camp an Bord soll nun der kommerzielle Einsatz weiter ausgebaut und ein nationales Netz an Lieferstrecken in den USA geschaffen werden, heißt es vom Unternehmen.

Für den humanitären und kommerziellen Einsatz hat das hessische Startup eine neue Drohne entwickelt. Pro Flug können Entfernungen von über 100 Kilometern zurückgelegt werden. Über die Software sollen künftig bis zu zehn Wingcopter des Modells 198 von einer Person gleichzeitig gesteuert werden können, verspricht das Startup.

Die Idee für Wingcopter ist Tom Plümmer während eines freiwilligen sozialen Jahrs in Ghana gekommen. Dort hat er beobachtet, wie Medieninteressierte mit Drohnenvideos die Zustände in dem Land dokumentieren wollten, und miterlebt, welche Folgen mangelhafte Lieferketten im Gesundheitswesen haben können. Dabei habe er nach eigener Aussage erkannt, dass sich die Fluggeräte auch für andere Zwecke nutzen lassen. In Deutschland lernte er daraufhin Jonathan Hesselbarth kennen, der eine Drohne mit Schwenkrotoren entwickelte. Gemeinsam mit Ansgar Kadura gründeten sie Wingcopter – und brachen dafür ihr Studium ab. Rund 120 Mitarbeiter sind derzeit für das Unternehmen beschäftigt.

Der Artikel wurde nachträglich angepasst.

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