U-Bahn-Schubser: Bessere Betreuung für psychisch Kranke gefordert

Der 39-Jährige bei der Gewalttat im Juni im U-Bahnhof Alexanderplatz

Der Tatverdächtige, der im U-Bahnhof Alexanderplatz einen Mann brutal die Treppe heruntergeschubst haben soll, ist bereits zuvor mehrfach durch Gewaltdelikte aufgefallen, wie die Polizei am Sonnabend bestätigte. Der psychisch kranke Mann wurde nach seiner Festnahme in eine geschlossene Einrichtung gebracht.

Dort war der heute 39-jährige Russe bereits nach einem schweren Raub sechs Jahre untergebracht, wurde jedoch mit der Maßgabe seine Medikamente zu nehmen im Jahr 2010 auf Bewährung entlassen. "Ich würde mir in solchen Fällen eine bessere Nachsorge wünschen", sagt Dieter Puhl, Leiter der Berliner Bahnhofsmission in der Jebensstraße am Berliner Zoo. Bedarf gäbe es dazu genug.

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Dieter Puhl, Leiter der Berliner Bahnhofsmission am Zoo dpa Picture-Alliance / MIKE WOLFF TSP / picture-alliance

Denn laut einer Studie der Technischen Universität München aus dem Jahr 2014 sind um die 60 Prozent der Wohnungslosen im Großraum München psychisch krank oder zumindest psychisch auffällig. Überträgt man das auf Berlin, wo laut Schätzungen des Senats zwischen 5000 und 10.000 Menschen auf der Straße leben, betrifft das zwischen 3000 und 6000 Menschen. "Allein am vergangenen Wochenende musste ich acht Mal die Polizei rufen – Tendenz steigend", sagt Bahnhofsmissionsleiter Puhl. Immer wieder würden psychische Erkrankungen oft in Kombination mit Alkohol und Drogen zu Ausschreitungen führen.

Regelmäßig verständige er auch den sozialpsychiatrischen Dienst oder den Berliner Krisendienst, wenn aus Gründen der Eigen- oder Fremdgefährdung die Einweisung in eine Psychiatrie geboten scheint. "Die kommen dann auch und ma...

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