Tyson und Jones wettern gegen Box-Kommission: "Sind keine Frauen"

SPORT1
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Am 28. November steigt Mike Tyson (54) im Staples Center in Los Angeles zu einem Schaukampf gegen Roy Jones Jr. (51) in den Kampf.

Während die Veranstaltung unter dem Dach der California State Athletic Commision von vielen als Zirkusveranstaltung abgetan wurde, sträuben sich die beiden Boxlegenden gegen die Kritik, dass der im Pay-per-View agenbotene Fight kein legitimer Wettkampf sei.

"Kein echter Kampf? Es ist Mike Tyson gegen Roy Jones. Ich komme, um zu kämpfen, und ich hoffe, er kommt, um zu kämpfen. Das ist alles, was Sie wissen müssen", sagte Tyson, der 1986 als bislang jüngster Boxer einen Weltmeistertitel im Schwergewicht erringen konnte, im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz.

Eine Sichtweise, die allerdings nicht alle Beteiligten zu teilen scheinen. Immerhin hat die zuständige Kommission beschlossen, die Regularien des Kampfes zu ändern. So werden Tyson und Jones in acht zweiminütigen Runde aufeinandertreffen und damit nach der bei Frauenkämpfen üblichen Kampfdauer gegeneinander antreten - nicht wie gewohnt über drei Minuten pro Runde.

2-Minuten-Runden? Jones: "Sind keine Frauen"

In der Ablehnung dieser Änderung sind sich Tyson und Jones einig. "Ich bin überhaupt nicht glücklich, das ist was für Frauen. Warum sollte ich Zwei-Minuten-Runden wollen? Wir sind keine Frauen, wir sind zwei der Besten, die das je gemacht haben", stellte Jones, der in fünf verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeister wurde, klar.

Im Laufe der Pressekonferenz wurde er sogar noch deutlicher: "Das soll ein Schaukampf sein? Zwölf-Unzen-Handschuhe? Ohne Kopfschutz? Wirklich? Das ist ein Schaukampf? Kommt schon, seid realistisch."

Immerhin versuchte Tyson danach noch versöhnliche Worte zu finden und lenkte den Blick auf das große Ganze - den Kampf. "Ich bin nur froh, dass wir es tun." Einen kleinen Seitenhieb gegen die Kommission konnte er sich jedoch nicht verkneifen: "Ich schätze, die Kommission hat einen größeren Einfluss als ich."

Tyson ist heiß auf das Comeback

Unabhängig von der Regeländerung ist auch Jones froh über das Zustandekommen des Kampfes. Als er die Chance bekam, gegen Tyson zu kämpfen, habe er nicht lange überlegen müssen. "Überall im Leben, wo ich hingehe, fragen mich die Leute: 'Hey, hast du jemals gegen Mike Tyson gekämpft?' Jetzt muss ich nicht mehr 'Nein' sagen."

Und der russisch-US-amerikanische Boxer scheint den wahren Mike Tyson zu bekommen. Erst vor kurzem hatte Tyson einen beeindruckenden Beweis seiner Fitness geliefert, als er seinen Coach im Training fast K.o. geschlagen hätte.

Daher werde ein völlig anderer Mensch im Ring stehen als 2005. Bei seinem bis dato letzten Kampf im Alter von 38 wurde er von Kevin McBride auf den Boden geschickt. "Ich kämpfte aus finanziellen Gründen. Damals war ich auf Drogen. Ich war ein ganz anderer Mensch", beschrieb Tyson diese Zeit und fügte hinzu: "Dieser Typ damals in Washington DC war nur ein Geist von mir. Ich bin bereit, in den Ring zu steigen. Ich fühle mich wirklich großartig und ich möchte, dass die Welt sieht, wie großartig ich aussehe."