Twitter verbannt Werbung von russischen Medien RT und Sputnik

Twitter arbeitet an neuem Verifizierungssystem

Wegen des Vorwurfs der Wahlkampfmanipulation verbannt der Kurzbotschaftendienst Twitter jegliche Werbung der russischen Medien Sputnik und RT. Die Maßnahme trete sofort in Kraft, erklärte Twitter am Donnerstag. Die Entscheidung gehe auf Untersuchungen rund um die US-Präsidentschaftswahl 2016 und die Einschätzung der US-Geheimdienste zurück, wonach beide Medien versuchten, "im Auftrag der russischen Regierung die Wahl zu beeinflussen".

RT (vormals Russia Today) und Sputnik könnten aber weiterhin Twitter-Nutzer bleiben, betonte der Internetkonzern. In den vergangenen Jahren von den beiden Medien für Werbung gezahlte Beträge sollten für unabhängige Forschung zur Twitternutzung gespendet werden.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan bezeichnete die Entscheidung von Twitter als "höchst bedauerlich". "Ich hätte nie gedacht, dass Twitter von den US-Geheimdiensten kontrolliert wird. (...) Aber jetzt hat Twitter es selbst zugegeben", erklärte sie. Simonjan warnte, US-Medien dürften nun in Russland Vergeltungsmaßnahmen zu spüren bekommen.

Nach der US-Präsidentschaftswahl im vergangenen November war deutlich geworden, dass russisch finanzierte Inhalte in Online-Netzwerken gezielt platziert wurden, um die Wahl zugunsten des Rechtspopulisten Donald Trump zu beeinflussen. Twitter sowie Facebook bestätigten bereits, russisch finanzierte Inhalte entdeckt zu haben.