Twitter-Trend: Teenager überhäufen User-Konto mit Nachrichten

Was hat Maine mit dem neuesten Twitter-Trend zu schaffen? (Bild: AP Photo)

Eine spezielle Form der digitalen Ichbezogenheit sorgt bei einem Twitter-Nutzer für überquellende Postfächer. Absender der Nachrichten sind meist Teenager. Die reden aber vor allem mit und über sich selbst. Wie gut, denn den Adressaten gibt es genau genommen noch gar nicht.

Teddy Worcester betreibt den Twitter-Account @me. Der gehört zur Internetseite Maine.com. Die ist zwar aktuell nicht mehr als eine leere Startseite, die lediglich Worcesters Kontaktdaten auflistet. Dennoch wird @me aktuell täglich von Nachrichten nur so überschüttet. Der Grund ist die Doppeldeutigkeit des Twitter-Namens.

Eigentlich soll das Konto für Besuche im US-Bundesstaat Maine werben, der offiziell ME abgekürzt wird. Eine zunehmende Zahl vorwiegend junger Twitter-Nutzer aber versieht ihre Kurznachrichten mit dem Zusatz „@me“. Das bedeutet wörtlich „an mich“. Im übertragenen Sinne adressieren die User ihre Tweets damit an sich selbst beziehungsweise unterstreichen, wie sehr sie sich mit einer Aussage oder Sache identifizieren. Oder aber @me steht einfach stellvertretend für „ich“.


Mittlerweile bekommt @me Hunderte von Benachrichtigungen täglich, wie Worcester der Seite „The Daily Dot“ sagte. Denn wann immer ein Nutzer in einem Tweet genannt wird, erhält er darüber eine Nachricht. Es sei denn, diese spezielle Benachrichtigungsfunktion wurde deaktiviert. Daher dürfte sich der Stress für Worcester, der auch eine Seite für die Vergabe von Internetadressen betreibt, in Grenzen halten. Laut „Daily Dot“ ist der neue Teenager-Trend ein Nachfolger des beliebten „it me“-Memes. Mit dieser bewusst falsch geschriebenen Version von „it’s me“ (ich bin es) meldeten sich User augenzwinkernd zu Wort.


Normalerweise werden Hashtags benutzt, um Nachrichten in sozialen Netzwerken leichter auffindbar zu machen. Unter dem Schlagwort „#MeToo“ etwa melden sich aktuell Opfern sexueller Gewalt auf Twitter zu Wort. Wird das Hashtag-Symbol „#“ jedoch einfach gegen den „Klammeraffen“ getauscht, verwandelt sich das folgende Wort im ungünstigen Fall in ein Twitter-Konto. Beim Tippen wird das dem Schreibenden zwar angezeigt. „Aber es scheint sie nicht zu kümmern“, folgerte „The Daily Dot“ angesichts des aktuellen Trends.

Mit den offiziellen Internet- oder Twitterseiten des Bundesstaats Maine haben @me oder Maine.com übrigens nichts zu tun.