Twitter löscht Konto von Ex-Trump-Berater Bannon nach Gewaltaufrufen

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Stephen Bannon im August
Stephen Bannon im August

Der Kurzbotschaftendienst Twitter hat das Konto des früheren Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, wegen Gewaltverherrlichung gelöscht. Das US-Unternehmen reagierte am Freitag damit auf Aufrufe des 66-Jährigen zur Hinrichtung des US-Virologen Anthony Fauci sowie des FBI-Direktors Christopher Wray. Auch der Video-Dienst Youtube entfernte ein Video von Bannon mit Gewaltaufrufen gegen die Staatsbediensteten.

Das von Bannon angelegte Twitter-Konto @WarRoomPandemic sei "dauerhaft gesperrt" worden, weil es gegen "unsere Grundsätze zur Gewaltverherrlichung" verstoßen habe, teilte Twitter mit. Dem vorausgegangen war ein Tweet Bannons, in dem der frühere Präsidentenberater gefordert hatte, als "Warnung an alle Bundesbürokraten" die Köpfe Wrays und Faucis "aufzuspießen" und sie "auf beiden Seiten des Weißen Hauses aufzustellen". 

Youtube löschte zwar ein Video mit derselben Botschaft von seiner Plattform, verzichtete zunächst aber auf eine vollständige Sperrung von Bannons Konto. Bannons Video sei entfernt worden, weil es Gewaltaufrufe enthalte, erklärte Unternehmenssprecher Alex Joseph. Youtube werde im Nachgang der US-Präsidentschaftswahl weiterhin seine Richtlinien durchsetzen und "wachsam" bleiben, fügte er hinzu. Bannon könne von seinem bestehenden Konto mit seinen 200.000 Abonnenten aus nun eine Woche lang keine neuen Inhalte auf die Plattform hochladen.

Trump hatte Bannon 2016 zu seinem Wahlkampfleiter ernannt. Nach dem Amtsantritt des Republikaners im Januar 2017 wurde der für seine islamfeindlichen Positionen bekannte Bannon Chefstratege im Weißen Haus. Nach einem Zerwürfnis mit Trump wurde er aber nur rund ein halbes Jahr später wieder entlassen. 

Bannon wurde ein enormer Einfluss auf Trump nachgesagt. Unter anderem bei dem umstrittenen Einreiseverbot für Bürger aus mehrheitlich muslimischen Ländern sowie dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen spielte er eine wichtige Rolle.

Bekannt geworden war Bannon vor allem als Herausgeber der für ihre ultrarechten Verschwörungstheorien bekannten Website "Breitbart News". Auch diesen Job verlor Bannon 2018, nachdem seine Enthüllungen über Trump im Skandalbuch "Feuer und Zorn" des Journalisten Michael Wolff öffentlich wurden. 

Im August dieses Jahres wurde Bannon vorübergehend wegen des Verdachts auf Unterschlagung von Spendengeldern im Rahmen einer Kampagne zur Finanzierung des von Trump angestrebten Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko festgenommen. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen Verschwörung zur Geldwäsche sowie zum Überweisungsbetrug an. Bannon bestreitet die Anschuldigungen.

isd/yb