Tweets, Lügen, Schweigegeld – Sonderermittler Mueller bringt Trump in Bedrängnis


Seine Worte sind oft harsch, aggressiv und nicht selten beleidigend und völlig undiplomatisch: Donald Trump twittert völlig ungefiltert seine Meinung zum Weltgeschehen. Das wird nun auch zum juristischen Problem für den US-Präsidenten.

US-Sonderermittler Robert Mueller soll nach Informationen der „New York Times“ Trumps Tweets, die sich mit Justizminister Jeff Sessions und Ex-FBI-Chef James Comey beschäftigen, untersuchen. Sie könnten die Verwürfe untermauern, Trump habe versucht, illegal Einfluss auf FBI-Ermittlungen zu nehmen.

Der US-Präsident soll Sessions und Comey unter Druck gesetzt haben, die Ermittlungen zu den Russland-Verbindungen seines Wahlkampfteams zu beenden. Mueller könnte Trump nun zu einer Befragung – auch über seine Tweets – vorladen.

Der Anwalt des US-Präsidenten, Rudolph Giuliani, weist die Vorwürfe als absurd zurück. „Wenn man die Justiz behindern will, macht man das im Geheimen, und nicht in aller Öffentlichkeit“, sagte der Ex-Bürgermeister von New York.


Doch nicht nur seine eigenen Aussagen bringen Trump in Bedrängnis. Sonderermittler Mueller hat mit dem ehemaligen persönlichen Anwalt des US-Präsidenten, Michael Cohen, einen weiteren Trumpf in der Hand. Nach einem Bericht von CNN will Cohen aussagen, dass Trump schon vorab von dem mittlerweile berüchtigten Treffen seines Sohnes mit russischen Informanten im Trump-Tower informiert war. Diese hatten versprochen, schädigende Details über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu liefern. Trump hatte mehrfach behauptet, nichts vom dem Treffen und dem Angebot der Russen gewusst zu haben.

Zudem holt Trump sein angeblich ausschweifendes Sex-Leben ein. Neben dem Fall Stormy Daniels sollen drei weitere Frauen Schweigegeld von Trump erhalten haben. Michael Avenatti, Anwalt der Pornodarstellerin Daniels, sagte, er vertrete drei weitere Frauen, denen vor der US-Wahl von 2016 Schweigegeld gezahlt worden sei.

Er habe Beweise dafür, dass die Frauen mit Trump Beziehungen gehabt hätten, sagte Avenatti, doch seine Klientinnen hätten ihm nicht gestattet, Details offenzulegen. Sie hätten ihn vor mehreren Monaten kontaktiert.


Avenatti rief den US-Präsidenten und seinen früheren Anwalt Cohen auf, Informationen über die Frauen und ihre angeblichen Beziehungen mit Trump zu offenbaren. „Sie sollten die Information jetzt dem amerikanischen Volk mitteilen“, sagte er.

Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte nach eigenen Angaben 2006 mit dem damals bereits verheirateten Trump Sex, was Trump bestritten hat. Wenige Tage vor der Präsidentenwahl erhielt sie 130.000 Dollar, damit sie dies geheim halten sollte. Die Zahlung wurde von Cohen abgewickelt. Sie hat geklagt, um die Geheimhaltungsvereinbarung zu annullieren.

Cohen veröffentlichte vor wenigen Tagen eine Aufnahme eines Gesprächs mit Trump, in dem es um eine Schweigegeldzahlung an das ehemalige Playboy-Model Karen McDougal ging, die nach eigenen Angaben 2006 eine Affäre mit Trump hatte. Trumps Anwälten zufolge wurde keine Zahlung geleistet.

Mit Material von AP.