TV-Tipp: Warum man die deutsche Serie „Bad Banks“ gesehen haben sollte

Das von Paula Beer gespielte Finanz-Talent nimmt in „Bad Banks“ Schaden. (Bild: ZDF/Sammy Hart)

Zehn Jahre nach der großen Wirtschaftskrise bringen das ZDF und Arte mit „Bad Banks“ einen Sechsteiler über kriminelle Machenschaften im Finanzsektor ins Fernsehen. Selten war eine deutsche Produktion so erfolgreich.

Eine Serie über böse Banker und fiese Finanzhaie? Was nach Klischee klingt, hat das ZDF in Kooperation mit Arte in eine fesselnde Geschichte verwandelt. In der Miniserie „Bad Banks“ von Regisseur Christian Schwochow und Hauptautor Oliver Kienle geht es um die skrupellose Welt des Investmentbankings.

Im Zentrum der Story steht die junge Bankerin Jana Liekam (Paula Beer), die in der fiktiven Frankfurter Finanzgruppe “Deutsche Global Invest” einen kometenhaften Aufstieg hinlegt. Doch schon bald wird sie immer tiefer in ein Netz aus Korruption und Intrigen hineingezogen. Schließlich wird sie gezwungen, ihrem eigenen Arbeitgeber zu schaden.

Jana Liekams Figur bekommt es in „Bad Banks“ mit skrupellosen Managern zu tun. (Bild: ZDF/Sammy Hart)

Die Geschichte handelt nicht von der Finanzkrise aus dem Jahr 2008, sondern widmet sich dem Szenario, wie zehn Jahre nach dem weltweiten Wirtschaftskollaps eine erneute Krise vonstattengehen könnte. Hauptschauplätze sind das Frankfurter Finanzviertel sowie Banken im Steuerparadies Luxemburg.

Aktuell ist das Thema damit allemal – und mit Paula Beer bekommt die komplexe und teilweise bedrohlich wirkende Finanzwelt ein so undurchschaubares wie menschliches Gesicht. “Süddeutsche.de” schrieb dazu: “Mit der so ehrgeizigen wie undurchschaubaren Jungbankerin Jana Liekam (Paula Beer) hat Kienle eine weibliche (Anti-)Heldin geschaffen, die sich und die Zuschauer damit überrascht, wie weit sie für die Finanzierung eines Milliardenbauprojekts, für ihre Karriere zu gehen bereit ist.”

Das ZDF zeigt die Serie noch bis zum 5. März. In den Mediatheken von Arte und ZDF waren sämtliche sechs Folgen seit dem 22. Februar bereits vorab zu sehen. Das ZDF gab am 1. März bekannt, dass die Serie noch vor der TV-Ausstrahlung über 1,3 Millionen “Sichtungen” in der Mediathek erzielt habe. Das Interesse an “Bad Banks” ist also enorm – und das hat seine Gründe.

Selten war eine deutsche Serie so gut gefilmt, ästhetisch so hochwertig umgesetzt und mit so viel Liebe zum Detail produziert. “Bad Banks” ist damit das neueste Serienjuwel aus deutscher Produktion, nachdem man mit “Dark”, “Babylon Berlin” und “4 Blocks” bereits bewiesen hat, dass sich heimische Serien nicht vor der internationalen Konkurrenz verstecken müssen.