TV-Show: Kölner Start-Up MySchleppApp überzeugt bei „Höhle der Löwen“

Die MySchleppApp hilft bei Pannen und organisiert einen Abschleppdienst.

Rein statistisch bleibt jeder Autofahrer in Deutschland 2,3 Mal in seinem Leben liegen. Bei Santosh Satschdeva wurde die statistische Wahrscheinlichkeit auf der A 59 nahe Bonn Realität. Er blieb liegen. Drei lange Stunden sollte er auf den Abschleppwagen warten, nachdem er seinen Automobilclub über die Panne informiert hatte.

Zu lang fand Satschdeva, googelte und fand in kürzester Zeit einen Dienst in seiner Nähe, der ihm half. „Ich fand das alles nicht mehr zeitgemäß, die lange Warteschleife an der Hotline und dann die Dauer, bis der Automobilclub jemanden organisiert hat“, erzählt Satschdeva im Rückblick.

So funktioniert die App

Mit Frank Heck,  der ihm damals auf der A 59 mit seinem Pannendienst half, traf er auf jemanden, der das genauso sah und sich zum Thema schon viele Gedanken gemacht hatte. Die beiden waren sich schnell einig, dass das ein neues Geschäftsmodell  sein könnte. Anfang 2006 gründeten sie in Köln ihre gemeinsame Firma „MySchleppApp“, mit der sie Dienstagabend in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ Investor Carsten Maschmeyer überzeugen konnten.

Insgesamt 125.000 Euro investiert er in das Unternehmen, das derzeit noch mit einer Handvoll Mitarbeiter in einem kleinen Büro im Gründerzentrum Startplatz im Mediapark sitzt. „Wir freuen uns sehr, dass wir einen Deal bekommen haben“, sagt Heck. Denn bislang haben die beiden Gründer den Aufbau ihrer Firma ausschließlich aus 60.000 Euro Erspartem finanziert. 

Die Geschäftsidee funktioniert wie folgt: Wer mit seinem Auto liegenbleibt,  kann entweder über die kostenlose MySchleppApp oder die Homepage des Unternehmens melden, dass  er eine Panne hat. Die App erfasst die  Position des Wagens  und ermittelt  aus einem Partnernetzwerk von mittlerweile mehr als 500 Abschleppunternehmen, denjenigen, der  am nächsten gelegenen und einsatzbereit ist.

Sind mehrere Anbieter in der Nähe, werden alle per App  informiert.  Wer am schnellsten reagiert, bekommt den Zuschlag.  Der Kunde erhält dann eine Nachricht mit den Kontaktdaten des Dienstes. „Langes Warten in der Hotline entfällt bei unserem Model, durch die direkte Ortung kann es auch nicht Verwechslungen beim Ort kommen“, sagt Heck.

Abschleppdienste zahlen Gebühr an MySchleppApp

Für den Autofahrer falle lediglich die einmalige Abschleppgebühr an, was deutlich günstiger sei, als eine lebenslange Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Werktags sind das 119,90 Euro in der Zeit von 8 bis 20 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen wird noch ein Zuschlag von 90 Euro fällig. Dafür wird man zehn Kilometer weit geschleppt. Die Preise für weitere Fahrten staffeln sich dann nach Kilometern. Im Gegensatz zu den Automobilclubs muss der Wagen nicht in die nächste Händlerwerkstatt, sondern der Besitzer kann frei entscheiden wohin. Wer den Schutzbrief eines Versicherers hat, könne  sich die Rechnung  hinterher erstatten lassen, so Satschdeva. Mehr als 4300 Pannen wurden bislang über MySchleppApp abgewickelt. Geld verdient das Unternehmen mit den Gebühren für die Pannendienste, die 20 Euro im Monat zahlen, um Aufträge zu bekommen.

Schon im kommenden Jahr wollen die beiden Gründer schwarze Zahlen schreiben. Gehälter können sie sich derzeit noch nicht  auszahlen. Beide habe ihre  Jobs gekündigt, der Informatiker Satschdeva im Vertrieb und auch Frank Heck hat das Abschleppunternehmen, das er in zweiter Generation führte, abgewickelt. Der Maschmeyer-Deal und der Werbeeffekt  durch die Sendung dürften  bei der weiteren Entwicklung helfen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta