TV-Serie für Weinstein-Firma: Robert de Niro und Co-Stars brechen Dreh ab

Robert De Niro fand harte Worte gegen den frauenverachtenden Donald Trump. Im Falle Weinstein schweigt er bisher. (Bild: AP Photo)

Robert De Niro und Juliane Moore standen bereits für Episoden einer neuen Amazon-Serie vor der Kamera, als der Weinstein-Skandal publik wurde. Nun brechen die Schauspieler das Projekt ab, das von der Weinstein-Company produziert wird – und äußern sich auch zu der Entscheidung.

Es hätte die TV-Serie mit den bisher hochkarätigsten Schauspielern werden sollen. Die beiden Oscar-Preisträger Robert De Niro und Julianne Moore standen seit Wochen für ein noch unbetiteltes Projekt des Regisseurs David O. Russell vor der Kamera. Mit einem Budget von kolportierten 160 Millionen Dollar für zwei Staffeln zu je acht Episoden hätte die Amazon-Serie eine der teuersten der Fernsehgeschichte werden sollen. Es soll sich dabei um ein Mafia-Drama handeln.

Doch nun kommt im Zuge des Skandals um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein alles anders: Denn die Produktionsfirma der Serie, in der De Niro und Moore mitwirken, wird von der Weinstein-Company produziert. Da sich in den vergangenen Tagen immer mehr Frauen zu Wort meldeten, die von dem Film-Mogul sexuell belästigt worden waren, ziehen Amazon und die Mitwirkenden des Russell-Projektes nun die Konsequenzen.

Wie Robert De Niro stand auch Julianne Moore noch nie in einer Hauptrolle für eine TV-Serie vor der Kamera. (Bild: AP Photo)

In einem gemeinsamen Statement gegenüber dem „People“-Magazin sagten Robert De Niro und Julianne Moore: „Im Lichte der jüngsten Nachrichten und aus Respekt gegenüber all den Betroffenen, haben wir gemeinsam beschlossen, Amazon bei der Entscheidung, die Serie nicht weiterzuführen, zu unterstützen.“ Vorerst liegt das Mafia-Epos auf Eis. Wie es nun weitergeht, ob die Serie bei einer anderen Produktionsfirma weitergefilmt wird oder aber komplett eingestampft werden muss, ist derzeit noch unklar.

Der Filmjournalist Ben Fritz, der den Weinstein-Skandal genauestens verfolgt, schrieb auf Twitter: „Das war ein Riesenprojekt für beide Unternehmen“, und meint damit Amazon und die Weinstein-Company.

Der TV-Kritiker Jason Lynch interpretiert das Statement von De Niro und Moore im „People-Magazin“ so, dass das Projekt in Zukunft nicht weitergeführt wird. Auf seinem Twitter-Kanal schreibt er: „Sieht aus, als ob David O. Russell, De Niro und Julianne Moore nicht für einen anderen Interessenten Ausschau halten werden.“

Etliche Twitter-Nutzer regen sich nun über die Doppelmoral von Robert De Niro auf. Der hatte während des vergangenen Wahlkampfs um das Präsidentenamt der USA in einem Video Donald Trump gedroht, ihm „ins Gesicht“ zu schlagen. Das Video, das gut einen Monat vor der Wahl auftauchte, war eine Reaktion auf die Enthüllung, dass Trump Jahre zuvor hinter den Kulissen einer Fernsehshow herabwürdigend über Frauen gesprochen hatte.

Nun, da mit Harvey Weinstein ein mächtiger Filmboss des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung bezichtigt wird, hält De Niro still. Für etliche Amerikaner ein unverständliches Verhalten.

Eine Twitter-Userin namens Michelle#Standup schreibt: „Erinnert ihr euch an Robert De Niros YouTube-Ausraster gegen den Präsidenten? So so, würdest du nicht gerne auch einen Vergewaltiger schlagen? Du musst es gewusst haben.“

Dieser User sieht es ähnlich:

Und auch Twitter-User Tommy kritisiert den berühmten Schauspieler, der sich in der Vergangenheit gerne mit Weinstein zeigte:

Möglicherweise wird De Niro in den kommenden Tagen eine Botschaft in Richtung seines Hollywood-Freundes folgen lassen.