TV-Legende Larry King im Alter von 87 Jahren gestorben

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Der legendäre TV-Journalist Larry King ist tot

Der legendäre TV- und Radio-Journalist Larry King ist im Alter von 87 Jahren in Kalifornien gestorben. Dies teilte sein Medienunternehmen Ora Media am Samstag beim Onlinedienst Twitter mit, ohne eine Todesursache zu nennen. Laut US-Medienberichten war King an Covid-19 erkrankt und hatte in den vergangenen Jahren mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Seine Talkshow "Larry King Live" lief 25 Jahre bei CNN.

"Mit tiefer Traurigkeit gibt Ora Media das Ableben unseres Mitbegründers und Freundes Larry King bekannt", schrieb das Unternehmen auf dem offiziellen Kanal Kings. Er sei im Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles verstorben. Tausende in 63 Jahren für Radio, Fernsehen und Online-Medien geführte Interviews, viele Auszeichnungen und weltweite Anerkennung seien "Zeugnis für seine einzigartige Gabe als Moderator", hieß es in der Mitteilung weiter.

Kings früherer Haussender CNN hatte am 2. Januar unter Berufung auf Familienkreise berichtet, dass dieser bereits seit mehr als einer Woche wegen einer Covid-19-Erkrankung in stationärer Behandlung sei. King litt zudem an Diabetes und hatte in der Vergangenheit zahlreiche Gesundheitsprobleme, darunter mehrere Schlaganfälle und Lungenkrebs.

Der bekannte Moderator war 25 Jahre Gastgeber der Talkshow "Larry King Live" auf CNN gewesen. Zu seinen Markenzeichen gehörten die große Brille, Hosenträger und bunte Krawatten.

Seine journalistische Karriere hatte King, der am 19. November 1933 als Lawrence Harvey Zeiger in New York geboren wurde, in den 50er Jahren bei einem Radiosender im US-Bundesstaat Florida begonnen. Weil sein Name dem dortigen Radio-Manager zu kompliziert war, änderte er ihn in King. 1978 ging King nach Washington, wo er erneut als Radio-Moderator arbeitete und schließlich von dem 1980 gegründeten Sender CNN für dessen Nacht-Programm entdeckt wurde.

King führte Interviews mit berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness, unter anderem mit dem letzten sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow oder der früheren "Eisernen Lady" Margaret Thatcher. Darüber hinaus hatte King jeden US-Präsidenten seit 1974 interviewt.

Nach eigenem Bekunden bereitete King seine Fragen nie vor. Das Geheimnis eines Gesprächs sei es, "wirklich zuzuhören", hatte er einmal im Interview mit der "New York Post" gesagt.

2010 gab er seine sechs Tage die Woche laufende Live-Sendung nach 25 Jahren auf. Zu Hochzeiten hatten jeweils mehr als eine Million Menschen seine Sendung gesehen. Laut CNN führte King während dieser Zeit rund 30.000 Interviews.

Bei seinem Rückzug gab er an, künftig mehr Zeit mit seiner Frau verbringen oder Baseball-Spiele gucken zu wollen. Der damalige US-Präsident Barack Obama nannte King in einer Video-Botschaft anlässlich seiner letzten Sendung "einen der Giganten des Rundfunks". Für seine Website führte King weiterhin Interviews, seit 2012 hatte er Sendungen im von ihm mitgegründeten Bezahlsender Ora TV.

Russlands Präsident Wladimir Putin würdigte die "große Professionalität" Kings, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Samstag sagte. King hatte den Kreml-Chef mehrfach interviewt.

Die CNN-Auslandskorrespondentin Christiane Amanpour erinnerte an King als einen "Meister des TV-Interviews". Sein Name sei synonym mit dem von CNN gewesen und ein wichtiger Faktor für den Aufstieg des Senders. "Jeder wollte bei Larry King Live sein. Möge er in Frieden ruhen", teilte Amanpour mit.

King war in seinem Leben mit sieben Frauen acht Mal verheiratet, zuletzt bis 2019 für 22 Jahre mit der gut 25 Jahre jüngeren Shawn Southwick. Mit einer seiner Ehefrauen, Alene Akins, war er zweimal verheiratet.

fwe/lan