TV-Duell: Ein Sprachexperte erklärt, warum viele Zuschauer die Moderatoren so unerträglich fanden

John Stanley Hunter and Christoph Asche
Merkel, Schulz und die vier Moderatoren beim TV Duell.

Das einzige TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz wurde in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert — häufig polarisierten jedoch die vier Moderatoren mehr als die beiden Kanzlerkandidaten. Von den vier Fernsehanstalten, die das Duell übertrugen, war jeweils ein Moderator dabei: Sandra Maischberger (ARD), Claus Strunz (SAT.1), Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL).

„Claus Strunz hat häufig versucht, sich selbst zu inszenieren“

Die Journalisten seien „durch häufige Unterbrechungen, teils spöttischen Bemerkungen, einseitig geladene Fragen und Suggestivfragen“ negativ aufgefallen, sagte Medienlinguist Sascha Michel zu Business Insider. Insbesondere Strunz habe „häufig versucht, sich selbst zu inszenieren“, kritisierte der Experte.

Auch bei Twitter stieß die Rolle der Moderatoren auf Kritik — vor allem die überspitzten Fragen erinnerten viele an die Rhetorik der AfD. Das Duell war in die Themenkomplexe Flüchtlingspolitik, Außenpolitik, soziale Gerechtigkeit und innere Sicherheit eingeteilt. Besonders bei der Flüchtlingspolitik und der inneren Sicherheit hatten viele Zuschauer das Gefühl, die AfD habe jetzt schon den Erfolg gefeiert, im TV-Duell stark präsent gewesen zu sein.