TV-Duell zur Bundestagswahl: Martin Schulz war gut – aber das reicht nicht

In 95 Minuten blieb nicht viel Raum für viele Themen.

Es sollte der erste Höhepunkt im Wettkampf ums Kanzleramt werden, vor allem Herausforderer Martin Schulz hatte sogar auf einen Wendepunkt gehofft. Doch obwohl der SPD-Chef im ersten und einzigen direkten TV-Duell mit Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) souverän und kompetent auftritt – die Kanzlerin kann oft genug kontern. Doch vor allem: inhaltliche Akzente bleiben aus. Unentschiedene Wähler dürfte keiner der beiden Kandidaten damit überzeugt haben.

Blitzumfragen sehen Merkel vorne

Tatsächlich sieht in den Blitzumfragen nach dem Fernsehduell, das von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 übertragen wurde, die Mehrheit der Befragten keinen klaren Sieger – viele fanden auch Merkel überzeugender. Allerdings hat Schulz demnach doch die zuvor eher geringen Erwartungen an ihn deutlich übertroffen – und es mit einem engagierten Auftritt womöglich geschafft, drei Wochen vor der Wahl noch einmal in die Offensive zu kommen.

Allerdings kreist das Gespräch, das von gleich vier Moderatoren geführt wurde, fast ausschließlich um die bekannte Programmatik der beiden Parteien zu den ohnehin meistdiskutierten Themen.

"Alle roten Linien überschritten"

Schulz versucht immerhin erfolgreich, die Kanzlerin in ihrem ureigenen Thema in die Zwinge zu nehmen: der Außenpolitik. Wenn er Bundeskanzler sei, dann wolle er dafür eintreten, dass die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sofort abbricht, prescht er vor. „Hier sind alle roten Linien überschritten“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat.

Merkel reagiert später ebenso strikt und spricht von „klarer Kante“ gegen Präsident Erdogan – bleibt aber differenzierter: Die Frage der Beitrittsverhandlungen müsse ohnehin gemeinsam mit den anderen in der EU entschieden werden. Es gehe jetzt darum, Druck auf  Erdogan aufzubauen, aber gleichzeitig im Gespräch zu bleiben. Auch zum Wohl der deutschen Bürger, die gerade in der Türkei inhaftiert sind. Es könne jetzt nicht darum gehen, sich...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung