TV-Doku: “H&M verbrennt pro Jahr 12 Tonnen neue Kleidung”

Die schwedische Kleidungskette H&M soll pro Jahr durchschnittlich 12 Tonnen neue Kleidung verbrennen. Dies behauptet eine dänische Fernseh-Doku des Senders TV2.

Trotz aller Versprechen, für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, habe Hennes und Mauritz seit 2013 rund 60 Tonnen unverkaufter Kleidungsstücke in Verbrennungsanlagen befördert. Die Reporter berichten “under cover” aus der Vebrennungsanlage in der dänischen Stadt Roskilde. Im Juni entdeckten sie bei einer 1580 Kilo schweren LKW-Lieferung unter anderem brandneue Hosen für Kinder und Frauen. Sogar Preisschilder hingen noch an den Klamotten.

Christina Dean von der Hilfsorganisation Redress erklärt: “Für ein Paar Jeans werden 3,6 Liter Wasser verbraucht und 3 Kilo Chemikalien, wenn wir die Jeans dann verbrennen, wird der weltweite Kampf für die Nachhaltigkeit zur Farce.”

Die Reporter aus Dänemark behaupten, völlig intakte Kleidungsstücke seien verbrannt worden. Der Verdacht: Kleidung, die sich im Modegeschäft nicht verkauft, wird schnell und günstig entsorgt – schneller Platz für neue Kollektionen soll her.

Der Moderiese bestreitet diese Anschuldigungen. Hennes und Mauritz erklärte, man lege höchsten Wert auf Recycling. Es seien nur sehr wenige Stücke wegen zu hoher chemischer Belastung oder Unfunktionalität vernichtet worden.

Diese Behauptung bezweifeln die Journalisten. Bei eigenen Laboruntersuchungen der angeblich verseuchten Hosen konnten die Reporter keine dieser chemischen Belastungen feststellen.

Seit 2013 laufen bei H&M Kampagnen für Nachhaltigkeit: Alte Kleidung kann beispielsweise in die Geschäfte zum Recycling gebracht werden. Die jüngsten Vorwürfe gegen die Modekette bringen diesen Ruf wohl ins Schwanken.