Turntrainerin Frehse will Akteneinsicht erzwingen

SID
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Die wegen zweifelhafter Trainingsmethoden und Umgangsformen derzeit suspendierte Kunstturn-Trainerin Gabi Frehse will eine Einsicht in den vom Deutschen Turner-Bund (DTB) initiierten Untersuchungsbericht über die Vorfälle am Olympiastützpunkt Chemnitz erzwingen.

"Mir wird eine Einsicht von den Anwälten des DTB noch immer verweigert. Ich habe mich daher an den hessischen Datenschutzbeauftragten gewandt", sagte die 61-Jährige dem Nachrichtenportal Gymmedia. Sie sieht ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Den von Frehse angesprochenen Bericht hatte der DTB vor drei Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin hatte der Verband Fehler eingeräumt und sich entschuldigt, aber auch die Stützpunktleitung aufgefordert, sich dauerhaft von Frehse zu trennen. Nach SID-Informationen wird verbandsintern überprüft, ob es juristisch möglich wäre, Frehse die Trainerlizenz zu entziehen.

Die Situation in Chemnitz hatte im November vergangenen Jahres der Spiegel publik gemacht. Besonders die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer beschuldigte ihre ehemalige Betreuerin, sie beleidigt, beschimpft und körperlich überfordert zu haben. Die juristischen Ermittlungen einer Frankfurter Anwaltskanzlei im DTB-Auftrag ergaben in 17 Fällen entsprechende Anhaltspunkte.

Mit der Situation im ehemaligen Karl-Marx-Stadt wird sich zeitnah auch der Sportausschuss des Deutschen Bundestages beschäftigen. Bei einer Ausschusssitzung am 24. Februar wird der Fall auf der Tagesordnung stehen. Am 5. Mai werden sich die Parlamentarier bei einer Öffentlichen Anhörung mit dem Thema "Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler" befassen.