Turnen: Philipp Herder - Der letzte König aus Berlin

Philipp Herder eit

Berlin.  Für seine Reise nach Montreal hat sich Turner Philipp Herder die schönste Jahreszeit ausgesucht. Während des "Indian Summer" erstrahlen die Blätter an den Bäumen in allen Schattierungen von Rot, Orange und Gelb. Zumindest am ersten Tag der Turn-WM in Kanada wird Herder von dieser Farbenpracht allerdings nicht viel mitbekommen. Die Qualifikation startet am Montag bereits um 9.30 Uhr (Ortszeit). "Das ist eigentlich überhaupt nicht meine Zeit", sagt der Berliner. Beim Trainingslager in Kienbaum wurde das frühe Aufstehen deshalb extra geprobt. Die ungewohnte Startzeit soll später nicht als Entschuldigung dienen, falls die Leistung nicht stimmt.

Aber daran denkt Philipp Herder derzeit nicht. Vor seiner ersten WM-Teilnahme im Mehrkampf ist der 24-Jährige optimistisch. "Ich möchte wieder einen guten Wettkampf turnen und Deutschland gut präsentieren. Das Finale sollte drin sein", sagt er – dafür qualifizieren sich die 24 besten Athleten. Ein wenig liebäugelt er sogar mit einem ähnlich guten Ergebnis wie bei den Europameisterschaften im April, als er in Cluj in Rumänien Platz zehn belegt hatte. Zumal er seitdem an allen Geräten noch zulegen konnte, selbst am Reck, wo er bislang noch Schwächen hatte. "Auch dieses Gerät muss mir jetzt nicht mehr peinlich sein", sagt er.

Talent hart erarbeitet

Herder kommt zugute, dass etliche Athleten in Montreal auf den Mehrkampf verzichten und sich ganz auf ihre Spezialgeräte konzentrieren. Aus dem deutschen Team ist er sogar der Einzige, der die Vielsei...

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