Turkmenen wählen neues Parlament - Ergebnis wird Montag veröffentlicht

Wahlbeteiligung lag bei 91, 7 Prozent

Die Bürger von Turkmenistan haben am Sonntag ein neues Parlament gewählt. An der Wahl in dem autoritär regierten zentralasiatischen Land beteiligten sich nach Angaben der Wahlkommission 91,7 Prozent der Wahlberechtigten. Das Ergebnis soll am Montag bekanntgegeben werden. Unter den 284 Kandidaten, die sich um die 125 Parlamentssitze beworben haben, stach vor allem der Sohn von Staatschef Gurbanguly Berdymuchamedow hervor.

Ein haushoher Sieg des 36-jährigen Serdar Berdymuchamedow in seinem Wahlkreis in der Region Achal nahe der Hauptstadt Aschchabat galt als sicher. In der rohstoffreichen ehemaligen Sowjetrepublik gibt es keine offiziell anerkannte Opposition. Westliche Wahlbeobachter haben noch keine Wahl in Turkmenistan als frei und fair eingestuft. Staatschef Berdymuchamedow war im Februar 2017 mit mehr als 97 Prozent der Stimmen für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden.

Serdar Berdymuchamedow kam über eine Nachwahl ins Parlament. Laut Beobachtern könnte er bald Parlamentspräsident werden. Die politische Karriere des Präsidentensohnes könnte ein Anzeichen dafür sein, dass der Staatschef einen Nachfolger aus der eigenen Familie aufbauen möchte. Als Parlamentspräsident würde er seinen Vater bei offiziellen Anlässen vertreten.

Bislang deutete aber nichts darauf hin, dass der amtierende Präsident bald abtreten will. 2016 war durch eine Verfassungsänderung die Dauer eines Mandates des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre verlängert worden. Außerdem wurde das Höchstalter für Präsidentschaftskandidaten angehoben. Der Staatschef ist zugleich Regierungschef und Armeechef, außerdem kontrolliert er die Medien.

Gurbanguly Berdymuchamedow nennt sich "Vater der Turkmenen" und umgibt sich mit einem Personenkult. In der Hauptstadt Aschchabat hat er eine goldene Statue von sich selbst errichten lassen.