Tunis: Europäisch-afrikanisches Forum für die Zivilbevölkerung

In der tunesichen Hauptstadt Tunis stand vor einigen Tagen das europäisch-afrikanische Forum für Zivilgesellschaft statt. Ziel des Treffens war der Austausch über die Beziehungen zwischen der Afrikanischen und der Europäischen Union.

Seit dem arabischen Frühling und dem Sturz des Ben Ali-Regimes spielt in Tunesien die Zivilgesellschaft eine besonders wichtige Rolle. Deshalb wird sie umso mehr in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen, wie Iyad Dahmani, der tunesiche Minister für parlamentarische Beziehungen, erklärt. „Diese Handelsweise soll der internationalen Gesellschaft ein positives Bild unserer noch jungen Demokratie vermitteln und die Beziehungen zwischen Afrika und Europa stärken.

Im Rahmen des Forums wurden fünf große Themen behandelt: Konfliktprävention, Friedenssicherung, die Flüchtlingsfrage, Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit. Drei Tage lang haben Vertreter der Zivilgesellschaft, der Europäischen Institutionen sowie der Afrikanischen Union darüber diskutiert, wie man die Beziehungen zwischen den beiden Kontinenten verbessern könnte.

Laut Lulsegged Abebe, einem Sprecher der Nichtregierungsorganisation „African Union International Alert“, sind sich bei dem Kongress alle einig gewesen, dass die Zivilgesellschaft in beiden Kontinenten eine entscheidende Rolle in der Friedensbildung spielt. Frieden entstehe nicht durch militärische Aktion, sondern ist ein langer Prozess, an dem eine Vielfalt von Akteuren beteiligt ist, so Abebe.

Bei dem Forum ist es also wichtig, dass alle Akteure gemeinsam handeln, ob auf öffentlicher, privater, ökonomischer oder sozialer Ebene. Die Herausforderung für die kommenden Jahre besteht darin, die Partnerschaft zwischen den beiden Kontinenten zu stärken. Sie ist nicht auf eine rein politische Ebene zu beschränken.

Diese Meinung vertretet auch Rosario Bento Pais, Leiterin der EU-Einheit für Zivilgesellschaft: „Während des Forums konnten wir feststellen, dass sich viele Personen mit lokalen Themen und Problemen auseinandersetzen. Es handelt sich dabei um globale Probleme, wie Migration und Klimawandel. Wenn die jeweiligen Zivilbevölkerungen etwas bewegen wollen, müssen sie zusammenarbeiten“, so Pais.

Das letzte Forum der afrikanischen und europäischen Zivilgesellschaft fand vor vier Jahren statt. Während der diesjährigen Konferenz konnten Fortschritte festgestellt werden. Zudem konnten neue Ziele definiert werden. Es wurde eine gemeinsame Erklärung zwischen den Zivilbevölkerungen der beiden Kontinente verfasst.Sie enthält mehrere Richtlinien und soll den afrikanischen und europäischen Staatschefs vorgelegt werden. Eine der Richtlinien beinhaltet eine stärkere Einbindung der Zivilbevölkerung in politische Entscheidungsprozesse.

Die diesjährige Konferenz diente auch zur Vorbereitung des nächsten Forums, das dann zum fünften mal stattfinden soll, und zwar im November diesen Jahres, in Abidjan an der Elfenbeinküste.