Was tun, wenn Kriminelle im Netz auf meine Rechnung bestellen?

Für Kriminelle ist es oft ziemlich einfach, unter fremdem Namen online zu shoppen oder sich im Netz als jemand anders auszugeben. Lesen Sie hier, wie Sie sich vor Identitätsklau schützen können und was man als Betroffener tun sollte.

Kriminelle gehen manchmal unter fremdem Namen einkaufen (Bild: Getty Images)

Für Betrüger ist die Masche ziemlich einfach: Sie shoppen online, bestellen die Ware auf Rechnung und lassen sie an eine neutrale Adresse liefern, zum Beispiel eine Packstation. Nur, dass Sie dafür nicht ihren echten Namen nutzen, sondern den eines Unwissenden, von dem sie für die Bestellung nur noch das Geburtsdatum herausfinden müssen. Ein Klacks, der für die Betroffenen Folgen haben kann.

Wurde in ihrem Namen ein so genannter Warenkredtibetrug begangen, müssen sie sich mit den Händlern herumschlagen, die logischerweise ihr Geld für die gelieferte Ware einfordern. Gegenüber “Techbook“ schildert Michael Littger von der Initiative “Deutschland sicher im Netz“ das so: “Im äußersten Fall schaltet der Händler ein Inkasso-Unternehmen ein, meldet die Erfahrung an Bonitätsprüfer wie die Schufa und erwirkt einen Mahnbescheid.“ Wer dann selbst etwas bestellen will oder einen Kredit beantragt, kann Ärger bekommen.

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Ebenfalls unangenehm: Ein Krimineller verschafft sich Zugang zu fremden Profilen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, versendet von dort Hilferufe, weil der User angeblich ausgeraubt wurde und dringend Geld braucht oder Links, die mit einem Virus versehen sind.

Immer wieder warnen Netzexperten auch vor Phishing-Mails: Mails also, in denen die Nutzer aus verschiedenen Gründen angewiesen werden, sensible Daten wie Log-ins einzugeben. Wer sein Onlinekonto unzureichend schützt oder seine Daten bei einem Unternehmen hinterlegt hat, dass von Hackern angegriffen wird, kann ebenfalls Pech haben. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bieten Straftäter solche Daten in großen Mengen zum Verkauf an.

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Um das Risiko eines Datendiebstahls so gering wie möglich zu halten, empfehlen Experten ein paar einfache Tipps: Nutzer sollten für verschiedene Dienste unterschiedliche Nutzernamen und auch Passwörter haben. Die Passwörter sollten regelmäßig geändert werden und keinen persönlichen Bezug wie Namen oder Geburtsdaten enthalten. Reihenfolgen nach Buchstaben oder Zahlen sind ebenfalls leicht zu knacken. Am sichersten sind Passwörter, wenn sie mindestens acht Zeichen mit Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern und Sonderzeichen enthalten.

Mit Daten sollte man im Netz so sparsam wie möglich umgehen und nur die nötigsten angeben, Bankdaten am besten gar nicht veröffentlichen. E-Mails von unbekannten Absendern, die einem verdächtig erscheinen, sollte man sofort löschen. Seriöse Unternehmen fordern Ihre Kunden nie in Mails dazu auf, Ihre Daten neu einzugeben und leiten sie auch nicht per Link weiter.

Ist man bereits Opfer von Kriminellen geworden, sollte man dem betreffenden Händler schnellstmöglich unter Angabe der IP-Adresse mitteilen, dass man nichts bestellt hat.

Zudem sollte man sofort alle Passwörter und Nutzernamen ändern, um weiteren Datenmissbrauch zu verhindern. Dazu empfiehlt sich das Stellen einer Strafanzeige. Liegt keine besondere Fahrlässigkeit vor, zeigen sich Banken gegenüber ihren Kunden oft kulant.